Sicherheit im öffentlichen Transport

Personal besser schützen und präventiv handeln

Der OGBL verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die aktuelle Entwicklung der gemeldeten Vorfälle im öffentlichen Transport. Auch wenn die Regierung darauf hinweist, dass ein Teil des Anstiegs auf eine konsequentere Meldung von Zwischenfällen zurückzuführen ist, dürfen die Zahlen nicht verharmlost werden.

Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Aggressionen gegenüber dem Personal. Beleidigungen, Drohungen, körperliche Übergriffe und Fälle von sexueller Belästigung gehören für viele Beschäftigte leider immer häufiger zum Arbeitsalltag. Jeder Vorfall ist einer zu viel und stellt eine inakzeptable Belastung für die Beschäftigten dar.

Der OGBL begrüßt ausdrücklich, dass mittlerweile fast die Hälfte der privaten Busse und die große Mehrheit der CFL-Busse mit gesicherten Fahrerkabinen ausgestattet sind. Zugleich muss aber auch sichergestellt werden, dass die Fahrerkabinen Standards erfüllen, die dem Fahrer effektiven Schutz bieten vor Übergriffen. Ebenso muss die Reichweite der Fahrerkabinen auf den ganzen öffentlichen Transport ausgeweitet werden.

Der OGBL begrüßt außerdem den verstärkten Einsatz von Sicherheitspersonal sowie die laufenden Arbeiten an einem neuen gesetzlichen Rahmen für Sicherheit und Sanktionen im öffentlichen Transport.

Festgestellte Verstöße müssen konsequent geahndet werden. Privates Sicherheitspersonal kann präventiv tätig werden und zur Deeskalation beitragen, ersetzt jedoch nicht die Aufgaben und Befugnisse der Polizei. Sanktionen haben nur dann eine abschreckende Wirkung, wenn sie tatsächlich durchgesetzt werden. Ohne eine rasche und verlässliche Intervention der zuständigen Behörden drohen selbst die besten gesetzlichen Regelungen ihre Wirkung vor Ort zu verfehlen. Deshalb müssen Gesetzgebung, Sicherheitsdienste und Polizei Hand in Hand arbeiten, um die Sicherheit im öffentlichen Transport nachhaltig zu stärken.

Ergänzend dazu braucht es jedoch auch eine konsequente Präventionsstrategie. Notwendig sind gezielte Maßnahmen, eine bessere personelle Ausstattung, eine gute Ausbildung des Personals, eine stärkere Präsenz von Sicherheitskräften auf besonders betroffenen Linien sowie klare und wirksame Sanktionen gegen aggressives Verhalten. Der OGBL spricht sich klar für die Einführung von Bodycams für Zugbegleiter aus. Die positiven Erfahrungen in den Nachbarländern belegen, dass deren Einsatz abschreckend wirkt und Konfliktsituationen häufig bereits im Vorfeld entschärfen kann. Angesichts der zunehmenden Aggressionen gegenüber den Beschäftigten darf keine wirksame Schutzmaßnahme ausgeschlossen werden. Unter Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen werden Bodycams einen wichtigen Beitrag leisten, um das Sicherheitsempfinden der Beschäftigten zu erhöhen und Übergriffe besser dokumentieren zu können.

Ebenso wichtig ist eine schnelle und sichtbare Reaktion der Polizei bei Vorfällen im öffentlichen Transport. Beschäftigte und Fahrgäste müssen die Gewissheit haben, dass bei Übergriffen, Bedrohungen oder anderen sicherheitsrelevanten Situationen unverzüglich Unterstützung der Polizei geleistet wird. Eine rasche Intervention trägt dazu bei, Konflikte zu entschärfen, die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten und das Vertrauen in den öffentlichen Transport zu stärken.

Angesichts der stetig steigenden Fahrgastzahlen muss die Sicherheit von Beschäftigten und Passagieren höchste Priorität haben. Der öffentliche Transport kann nur dann attraktiv bleiben, wenn diejenigen, die täglich für einen funktionierenden Service sorgen, ihre Arbeit ohne Angst vor Aggressionen und Übergriffen ausüben können.

Der OGBL wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Anliegen der Beschäftigten ernst genommen und wirksame Maßnahmen zum Schutz des Personals rasch umgesetzt werden. Gleichzeitig muss die Sicherheit der Fahrgäste jederzeit gewährleistet sein. Ein leistungsfähiger und attraktiver öffentlicher Transport setzt voraus, dass Beschäftigte und Passagiere sich gleichermaßen sicher fühlen und wirksam vor Übergriffen geschützt werden.

Mitgeteilt von den OGBL-Syndikaten Straßentransport, Eisenbahnen – FNCTTFEL/Landesverband und Öffentlicher Dienst, am 28. Juli 2026