Raus aus dem Schatten, hin zu mehr Anerkennung

Jeden Tag sind bereits Tausende Frauen und Männer bei der Arbeit, bevor die Büros überhaupt ihre Türen geöffnet haben, die Kunden ein Geschäft betreten haben, ein Patient empfangen wurde oder ein Kind in der Schule oder in der Kinderkrippe angekommen ist. Diese Frauen und Männer reinigen, desinfizieren, pflegen und bringen alles wieder in Ordnung. Ihre Arbeit wird meist im Hintergrund erledigt, manchmal zu einer Zeit, in der bereits alle anderen nach Hause gegangen sind, und sie wird als selbstverständlich angesehen.

Dabei reicht bereits ein einziger Tag ohne Reinigung aus, um zu erkennen, wie unverzichtbar diejenigen sind, die diese Arbeit leisten. Sauberkeit, Hygiene und Sicherheit an unseren Arbeits- und Lebensorten sind keine Nebensache: Sie tragen unmittelbar zum reibungslosen Funktionieren unserer Gesellschaft bei. Und für diejenigen, die daran noch gezweifelt haben, hat die Covid-Zeit dies mehr als deutlich gezeigt. Die Arbeit im Reinigungssektor ist schlichtweg unverzichtbar – und die Arbeitnehmerinnen und Artbeitnehmer, die sie leisten, ebenso!

Ihre Löhne … zu niedrig, ihre Arbeitszeiten … zerstückelt und ihre Arbeitsbedingungen im Allgemeinen … viel zu prekär – all das wird der Bedeutung der von ihnen geleisteten Arbeit bei weitem nicht gerecht.

Der OGBL hat sich stets an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Reinigungssektor engagiert. Und die Gewerkschaftsarbeit, die gemeinsam mit seinen Personaldelegationen in den Unternehmen geleistet wurde, hat im Laufe der Zeit einige Verbesserungen ermöglicht, insbesondere durch die Einführung eines sektoriellen Kollektivvertrags und dessen regelmäßige Erneuerungen. Doch für den OGBL reichen die derzeitigen Errungenschaften noch nicht aus. Es ist Zeit, einen Gang höher zu schalten. Aus diesem Grund hat der OGBL kürzlich eine umfassende Kampagne mit drei konkreten Forderungen gestartet.

Erstens fordert der OGBL eine bessere Anerkennung des Berufs! Der OGBL setzt sich dafür ein, eine Berufsausbildung zu schaffen, die es ermöglichen würde, die im Rahmen der Berufsausübung erworbenen Kompetenzen vollständig anerkennen zu lassen und Zugang zu einem Diplom auf CCP-Niveau zu erhalten. Eine solche Ausbildung würde eine bessere Anerkennung der Kompetenzen und des Know-hows der Arbeitnehmer des Sektors ermöglichen und gleichzeitig einen echten Mehrwert für die Beschäftigten sowie einen wichtigen Vorteil für die Attraktivität des Berufs darstellen.

Zweitens fordert der OGBL, dass nach zehn Jahren Berufserfahrung automatisch der qualifizierte Mindestlohn gewährt wird. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass Arbeitnehmerinnen und Abrietnehmer im Reinigungssektor ihr ganzes Leben lang mit dem unqualifizierten Mindestlohn bezahlt werden, obwohl Tausende von ihnen über viele Jahre Berufserfahrung in diesem Sektor verfügen.

Schließlich fordert der OGBL, dass Beschäftigte auch dann Anspruch auf Arbeitslosenentschädigungen haben, wenn sie einen Arbeitsvertrag mit weniger als 16 Wochenstunden verlieren, was heute die gesetzlich festgelegte Grenze ist. Im Reinigungssektor sind Verträge mit weniger als 16 Wochenstunden für zahlreiche Beschäftigte jedoch Realität. Viele von ihnen haben mehrere Teilzeitverträge, um auf ein Arbeitsvolumen zu kommen, das einer Vollzeitbeschäftigung entspricht. Wenn sie einen dieser Verträge mit weniger als 16 Wochenstunden verlieren, haben sie keinen Anspruch auf eine Entschädigung durch die ADEM, was selbstverständlich eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt. Auch diese Situation ist nicht länger hinnehmbar!

Das Syndikat Private Reinigungsdienste des OGBL hat begonnen, sich mit den politischen Parteien zu treffen, um ihnen seine Forderungen vorzustellen, und arbeitet eng mit der Arbeitnehmerkammer zusammen, die einen Vorschlag zur Änderung des Gesetzes ausgearbeitet hat, um den Beruf und die Kompetenzen der Arbeitnehmer anerkennen zu lassen.

Der OGBL führt derzeit auch zahlreiche Informations- und Sensibilisierungsaktionen im ganzen Land durch und ruft alle Arbeitnehmer des Reinigungssektors dazu auf, diese Kampagne zu unterstützen. Damit sich die Situation endlich verändert!

Dieser Artikel wurde im Aktuell veröffentlicht (4/2026)