Europäischer Aktionstag in Brüssel

OGBL beteiligt sich an IndustriAll-Mobilisierung für eine soziale Industriepolitik und starke Kollektivverträge

Am heutigen europäischen Aktionstag von IndustriAll Europe haben Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Industriegewerkschaften in Brüssel ein deutliches Signal an die europäischen Institutionen gesendet. Ziel der Aktion war es, die Notwendigkeit einer aktiven, sozialen und beschäftigungsorientierten Industriepolitik auf europäischer Ebene zu unterstreichen. Vertreter des OGBL haben sich an den Aktionen beteiligt.

Vor dem Hintergrund tiefgreifender industrieller Umbrüche — ausgelöst durch Klimatransformation, Digitalisierung und zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck — fordern die Industriegewerkschaften eine Industriepolitik, die Beschäftigung sichert, industrielle Wertschöpfung in Europa erhält und den Wandel sozial gestaltet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktion war die Bedeutung starker Kollektivverträge. Die europäische Richtlinie über angemessene Mindestlöhne und die Förderung von Kollektivverhandlungen sieht eine Abdeckung von mindestens 80 Prozent vor. Diese Zielmarke gilt als zentraler Maßstab für faire Löhne, stabile Arbeitsbedingungen und sozialen Zusammenhalt. In Luxemburg ist dieses Ziel bislang weiterhin nicht erreicht. Der OGBL unterstreicht den klaren Auftrag an die europäische und nationale Politik, den Ausbau von Kollektivverträgen aktiv zu fördern und bestehende Hemmnisse abzubauen.

Daher waren die VertreterInnen von IndustriAll aus fast allen EU-Ländern heute beim EU-Parlament um im direkten Austausch mit den ParlamentarierInnen den 6 Hauptforderungen Ausdruck zu verleihen :

  • Stärkung der Tarifverhandlungen als bester Weg zu wirklich fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen;
  • Einführung eines Rechts auf Weiterbildung während der Arbeitszeit als Teil eines gerechten Übergangs zu einer grünen und digitalen Wirtschaft;
  • Regulierung von Subunternehmerketten und Arbeitsvermittlern;
  • Bekämpfung der Stressepidemie in Europa, unter anderem durch die Durchsetzung des Rechts auf Nichterreichbarkeit;
  • Regulierung des algorithmischen Managements am Arbeitsplatz auf der Grundlage des Prinzips der menschlichen Kontrolle;
  • Beendigung prekärer Beschäftigung durch gesetzliche Ansprüche auf unbefristete Verträge und Vollzeitbeschäftigung.

Mit der heutigen Mobilisierung unterstreichen die europäischen Industriegewerkschaften, dass Wettbewerbsfähigkeit und soziale Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind. Der OGBL wird sich weiterhin auf nationaler und europäischer Ebene dafür einsetzen, dass Industriepolitik, gute Lohn- und Arbeitsbedingungen und sozialer Fortschritt Hand in Hand gehen.

Mitgeteilt vom OGBL-Syndikat Industrie,
am 5. Februar 2026