Eine Delegation der Abteilung Hochschulwesen und Forschung des SEW/OGBL traf kürzlich mit der Ministerin für Forschung und Hochschulwesen, Stéphanie Obertin, zusammen, um die Situation im Sektor und die Perspektiven für die kommenden Jahre zu erörtern.
Nach einem vorherigen Treffen im Juni hatte die Abteilung, die unter anderem alle Personalvertreter der Universität Luxemburg und der öffentlichen Forschungszentren (CRP) vereint, dem Ministerium einen Vorschlag mit acht zentralen Leistungsindikatoren übermittelt. Diese sollten in die nächsten mehrjährigen Vereinbarungen für die Universität und die CRP für den Zeitraum 2026–2029 integriert werden. Das SEW/OGBL schlug insbesondere vor, Indikatoren zum Wohlbefinden des Personals, zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie zur Attraktivität der Forschung aufzunehmen. Diese qualitativen Indikatoren würden die bisher rein quantitativen Indikatoren (z. B. eingeworbene Drittmittel, Anzahl der Publikationen) ergänzen.
Das Ministerium teilte mit, dass es den gewerkschaftlichen Vorschlag zur Kenntnis genommen habe und dass die neuen mehrjährigen Vereinbarungen, die in Kürze finalisiert werden, zwar keine solchen Indikatoren enthalten werden, aber das Wohlbefinden des Personals, die berufliche Entwicklung, die Arbeitsqualität und allgemein Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien als Ziele für die Universität und die öffentlichen Forschungszentren aufnehmen werden.
Die Gewerkschaftsdelegation begrüßte diese Ankündigung, und beide Seiten vereinbarten, den regelmäßigen Austausch fortzusetzen, um diese Ziele weiterzuentwickeln.
Das SEW/OGBL und das Ministerium sind sich zudem einig, dass eine stärkere Harmonisierung und engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen öffentlichen Instituten angestrebt werden sollte. Die Gewerkschaftsdelegation bedauerte insbesondere, dass es bei der Anwerbung von Doktoranden und jungen Forscher eher zu einem Wettbewerb als zu einer Zusammenarbeit zwischen den Forschungszentren und der Universität komme.
Die Gewerkschaft ist der Meinung, dass mittelfristig eine Angleichung der Vergütungsrahmen nach oben angestrebt werden sollte, wobei das Ministerium einen gemeinsamen Sockel definieren sollte. Dieser Sockel müsste auf jeden Fall die allgemeine Lohnentwicklung berücksichtigen, da die Vergütung der Doktoranden seit 2008 nicht mehr angepasst wurde und sich dadurch zunehmend dem qualifizierten Mindestlohn annähert.
Das SEW/OGBL ist der Ansicht, dass auch die Zusammenarbeit bei der Betreuung und Begleitung von Doktoranden und jungen Forscher insgesamt gestärkt werden muss. Besonders problematisch sei der Zugang zu Wohnraum, insbesondere für Forscher aus Drittländern, die nicht einmal die Möglichkeit hätten, sich jenseits der Grenzen des Großherzogtums niederzulassen. Es sei dringend erforderlich, das Angebot an Studentenwohnheimen deutlich zu erhöhen und jungen Forscher bezahlbaren Wohnraum anzubieten.
Das SEW/OGBL sprach zudem die wachsende Gehaltslücke zum luxemburgischen Öffentlichen Dienst und zum parastaatlichen Sektor an, die die Attraktivität des Sektors beeinträchtige. Die Gewerkschaft hat ihre Gehaltsforderungen in den Tarifverhandlungen entsprechend erhöht. Ohne zusätzliche Haushaltsmittel werden diese Verhandlungen jedoch nur das weitere Anwachsen der Gehaltslücke bremsen können.
Aus diesem Grund fordert der OGBL eine parallele Entwicklung zum Gehaltsabkommen im Öffentlichen Dienst, indem ein Budgetrahmen für die Kollektivverhandlungen festgelegt wird, ähnlich wie in den Kollektivverträgen der Krankenhäuser (FHL), des sozialen und sozialpädagogischen Sektors (SAS) und des Nationalen Gesundheitslabors vorgesehen.
Schließlich übermittelte das SEW/OGBL dem Ministerium seine Vorschläge zur Überarbeitung des Gesetzes zur Universität Luxemburg. Die Gewerkschaft fordert insbesondere die Aufhebung der 25%-Begrenzung für interne Beförderungen zum Professorenamt, die derzeit die Karrierechancen in Luxemburg stark einschränkt.
Mitgeteilt vom Syndikat Erziehung und Wissenschaft des OGBL (SEW/OGBL), am 16. Januar 2026
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