Die angekündigte Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen sowie deren Kopplung an die Entwicklung des sozialen Mindestlohns stellen einen wichtigen und längst überfälligen Fortschritt für die berufliche Ausbildung in Luxemburg dar. Ebenso ist die Einführung einer Prämie zur Anerkennung des Engagements der Tutorinnen und Tutoren in den Betrieben ausdrücklich zu begrüßen.
SEW/OGBL und AMELUX/OGBL teilen die Einschätzung der CSL, dass diese Maßnahmen die Attraktivität der handwerklichen und beruflichen Ausbildung nachhaltig stärken können. Sie stellen einen ersten konkreten Schritt dar, um der Realität Rechnung zu tragen, denn eine qualifizierte Ausbildung im Handwerk kann nur dann attraktiv sein, wenn Arbeit sich auch finanziell lohnt.
Diese Entscheidung erfüllt zugleich die langjährigen Forderungen der Gewerkschaften nach einer Vereinheitlichung und spürbaren Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen. Seit Jahren weisen SEW/OGBL und AMELUX/OGBL darauf hin, dass niedrige und uneinheitliche Entschädigungen ein zentrales Hindernis für die Wahl einer beruflichen Ausbildung darstellen. Dass Bildungsminister Claude Meisch nun offensichtlich zu dieser Einsicht gelangt ist, erweist sich als positives Signal.
Gleichzeitig muss klar sein: Die finanzielle Aufwertung allein reicht nicht aus. Wenn die berufliche Ausbildung nachhaltig gestärkt und als gleichwertige Bildungs- und Berufsentscheidung anerkannt werden soll, bedarf es weitergehender struktureller Reformen.
Dazu gehören insbesondere:
Diese Forderungen haben SEW/OGBL und AMELUX/OGBL bereits in früheren Stellungnahmen klar formuliert. Die nun angekündigten Maßnahmen zeigen, dass politischer Handlungsspielraum vorhanden ist, wenn der politische Wille besteht.
Darüber hinaus müssen diese Reformen durch flankierende arbeits- und sozialpolitische Maßnahmen ergänzt werden. Dazu gehören insbesondere:
SEW/OGBL und AMELUX/OGBL erwarten daher, dass die aktuelle Reform nicht als Endpunkt, sondern als Auftakt für eine umfassende, kohärente Aufwertung der beruflichen Bildung verstanden wird. Eine starke, attraktive und sozial anerkannte handwerkliche Ausbildung liegt im Interesse der Jugendlichen, der Betriebe und der gesamten Gesellschaft.
Der eingeschlagene Weg ist richtig — nun gilt es, ihn konsequent und entschlossen weiterzugehen, im Dialog mit den Sozialpartnern und allen Akteurinnen und Akteuren der beruflichen Bildung.
Mitgeteilt von SEW/OGBL und AMELUX/OGBL, am 13. Februar 2026
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