Für die Gewerkschaftsunion ist klar: Vom sozialen Mindestlohn muss man menschenwürdig leben können!
Die Zahlen zeigen jedoch, dass dies in Luxemburg nicht möglich ist!
Eine europäische Richtlinie legt Referenzwerte für einen angemessenen SSM fest, der entweder 50% des Durchschnittslohns oder 60% des Medianlohns betragen muss.
Mehrere offizielle Berichte belegen, dass der luxemburgische SSM keines dieser beiden Kriterien erfüllt.
Nach Ansicht der Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB wäre eine strukturelle Anhebung um 12% erforderlich, um einen angemessenen SSM zu gewährleisten.
Doch zwei Jahre lang hat die Regierung alles getan, um nicht über eine solche strukturelle Anhebung des SSM verhandeln zu müssen.
Die Feststellung der Regierung und der Arbeitgeber: Für die Empfänger des Mindestlohns ist alles in bester Ordnung, eine Anhebung ist nicht notwendig!
Am 27. März 2026 kündigte die Regierung an, dass sie den Mindestlohn nicht über die bestehenden gesetzlichen Anpassungen hinaus anheben werde.
Nach Auffassung der Regierung sollten sich die Empfänger des Mindestlohns mit der zweijährlichen Anpassung und dem Index begnügen. Am selben Tag forderte die Arbeitgeberseite ihrerseits die Abschaffung der oben genannten Anpassung.
Für die Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB ist dies ein Affront gegen die rund 70.000 Arbeitnehmer, die den SSM beziehen, und ein schwerwiegender Angriff auf den Mindestlohn an sich. Eine Infragestellung des Anpassungsmechanismus des SSM gefährdet zudem die Löhne von Zehntausenden von Arbeitnehmern, die nahe am SSM liegen oder deren Kollektivvertrag sich mit dem SSM entwickelt.
Die Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB wird sich das nicht gefallen lassen und mit allen Mitteln gegen diese unsoziale Politik kämpfen.
Und ein Angriff auf den Index ist bereits in Vorbereitung!
Am 24. März 2026 erinnerte der Arbeitsminister zu dem daran, dass die Koalitionsvereinbarung die Einberufung einer nationalen Tripartite vorsieht, falls zwei Indexstufen innerhalb eines Jahres fallensollten.
Angesichts des Anstiegs der Ölpreise fordert die Arbeitgeberseite bereits offen die Einberufung einer solchen nationalen Tripartite, die sich aus schließlich mit dem Index befassen soll, mit dem erklärten Ziel, den Indexierungsmechanismus für Löhne und Renten zu manipulieren.
Das luxemburgische Lohnmodell ruht auf drei Säulen: automatische Lohnindexierung, sozialer Mindestlohn und Tarifverhandlungen. Nachdem sie zwei Jahre lang das Kollektivertragswesen angegriffen haben, greifen Arbeitgeber und Regierung nun den Index und den Mindestlohn an. Durch die Infragestellung von zwei der drei Säulen werden die Löhne von uns allen attackiert!
Nach zwei Jahren frontaler Angriffe
wird eine neue rote Linie überschritten!
Wir stehen erneut an einem Wendepunkt! Gewerkschaftliche Aktionen stehen unmittelbar bevor!
SEIEN SIE BEREIT, IHRE RECHTE ZU VERTEIDIGEN
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