Unterredung zwischen dem OGBL und dem Sportministerium

Offener Austausch über die Professionalisierung des Sportsektors

Eine Delegation der Abteilung Öffentlicher Dienst des OGBL traf kürzlich die Sportministerin Martine Hansen sowie Beamte des Sportministeriums zu einem Austausch über die Gesetzesvorlage 8611 zur Schaffung eines neuen „Etablissement public“ im Sportbereich mit der Bezeichnung „Initiative pour la promotion de l’emploi dans le secteur du sport“ (IPESS). Die initiale Gesetzesvorlage, die noch von Georges Mischo eingebracht worden war, warf für den OGBL viele Fragen auf, insbesondere auch die Aussage im Kommentar zum Gesetzesentwurf, der unterstrich, dass die Beschäftigten dieser neuen Einrichtung unter ein privatrechtliches Statut fallen sollten, was unter anderem mit einer höheren „Flexibilität, Reaktivität und Kompetitivität“, aber auch mit einer „Optimierung der Kosten“ begründet wurde.

Beim Austausch mit der neuen Ministerin, der in einer konstruktiven Atmosphäre stattfand, erläuterten die Vertreter des Ministeriums, dass die ursprüngliche Vorlage gegenwärtig überarbeitet werde. Ziel sei, ein Angebot für professionelle Unterstützung für die Sportvereine und -verbände zu bieten, und idealerweise die Mitarbeiter der IPESS, zum Beispiel Trainer oder eine administrative Unterstützung, nach einer Übergangsphase von den Vereinen selber eingestellt werden. In diesem Sinne sei eine Verbeamtung wenig zielführend.

Die Vertreter des OGBL gaben diesbezüglich zu bedenken, dass verhindert werden müsse, dass dies zu prekären Situationen führen könnte, und unterstrichen, dass auch hier angestrebt werden sollte, dass alle Beschäftigten über unbefristete Verträge verfügen sollten. Es muss auch sichergestellt werden, dass sie ihren Qualifikationen gemäß korrekt bezahlt werden. In diesem Sinne stellt sich für den OGBL die Frage der kollektivvertraglichen Absicherung des Personals, insofern es sich nicht um Staatsbeamte oder -angestellte handelt.

Insgesamt begrüßte der OGBL die Initiative den Sportsektor zu professionalisieren und auf diese Weise einem gewissen Wildwuchs, mit prekären Arbeitsbedingungen (häufig im Selbständigenstatus) bis hin zur Schwarzarbeit, entgegenzuwirken.

Beide Seiten waren sich einig, dass die Initiative das ehrenamtliche Engagement im Sportverein und in den Sportverbänden nicht ersetzen kann und es sich bei der neuen Initiative um eine Unterstützung, und nicht um eine staatliche Lenkung des Sports in Luxemburg handeln soll.

Mitgeteilt von der Abteilung Öffentlicher Dienst des OGBL,
am 27. April 2026