20 März 2020

COVID-19

Die Arbeitnehmer im Transportsektor dürfen nicht vergessen werden !

chauffeur

Bei den Diskussionen um die Maßnahmen gegen Covid-19 werden oft die Arbeitnehmer im Transportsektor vergessen. Ohne sie aber würden lebensnotwendige Medikamente nicht in den Krankenhäusern ankommen, wären die Supermärkte leer und viele Arbeitnehmer könnten gar nicht erst zur Arbeit erscheinen. Umso wichtiger ist es, dass die Betriebe und die Politik auf ihre Bedürfnisse in dieser Krise eingehen.

Für Busfahrer wurden bereits erste Maßnahmen getroffen. Die Fahrten wurden schon zum zweiten Mal reduziert, weswegen einige Busunternehmen Kurzzeit beantragen mussten. Außerdem wurde der Fahrerbereich abgesperrt, um Passagiere vom Fahrer fernzuhalten und diesen vor Infektionen zu schützen.

Dennoch haben uns von Busfahrern zahlreiche Meldungen erreicht, dass die Maßnahmen noch unzureichend sind. So müssen in einigen Betrieben die Busse etwa komplett ohne ausreichenden Schutz gereinigt werden, obwohl womöglich infizierte Taschentücher hinterlassen wurden und bisher unzureichend Informationen darüber verfügbar sind, wie lange der Virus in Textilien überleben kann.

Das OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL ruft deshalb sowohl das Transportministerium, wie auch die Busunternehmen dazu auf, entsprechende Vorkehrungen zu treffen und dafür zu sorgen, dass sich diejenigen, die die Busse reinigen, ausreichend schützen können. Idealerweise sollten die Busse regelmäßig professionell desinfiziert werden. Außerdem sollte jeder Busfahrer jederzeit ausreichend viruzides Desinfektionsmittel zur Verfügung haben, um sich während des gesamten Arbeitstags regelmäßig die Hände desinfizieren zu können.

Im Bereich des Warentransports gibt es bisher kaum allgemeingültige Maßnahmen. Sowohl Lastkraft- wie auch Lieferwagenfahrer werden oft unnötig Risiken ausgesetzt. Viel zu selten haben die Fahrer Zugang zu viruziden Desinfektionsmittel oder Handschuhen. Oft wird aufgrund der Covid-19-Krise den Fahrern sogar der Zugang zu Toiletten verwehrt. Wir fordern die politischen Verantwortlichen und die Transportunternehmen auf, klare Normen festzulegen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der Fahrer in den Mittelpunkt stellen und für die gesamte Branche anwendbar sind.

Das OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL ist sich der Wichtigkeit des Transportwesens für das Funktionieren der gesamten Gesellschaft bewusst und gerade deswegen ist es besonders wichtig, die Gesundheit der Arbeitnehmer des Transportsektors – ob Fahrer, Mechaniker, Lager- oder Büroarbeiter – zu schützen, wo es nur geht. Wir brauchen in dieser schwerer Zeit nationale und verbindliche Regeln im Waren- und im Personentransport.

Mitgeteilt vom OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL
am 20. März 2020

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