16 Dezember 2011

Flüge nach Irak und Afghanistan

ITF verlangt das Aushandeln eines Spezialabkommens

Seit Mitte November 2011 führt die Luxemburger Fluggesellschaft STRATEGIC AIRLINES Truppentransporte im Auftrag der Nato in die Kriegsgebiete Iraks und Afghanistans durch. Zuvor verrichtete die Chartergesellschaft Ferienflüge in europäische Urlaubsgebiete.

Das Personal wurde nicht konsultiert bevor die Flüge in den Irak und nach Afghanistan erfolgten. Es erhielt weder eine Spezialausbildung, noch eine Schutzausrüstung.

Der OGBL intervenierte diesbezüglich am 23. November bei Außenminister Jean Asselborn, bei Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister Claude Wiseler, bei Arbeits- und Beschäftigungsminister Nicolas Schmit, bei der Direktion der Zivilen Luftfahrt sowie bei der Gewerbeinspektion. Außerdem leitete der OGBL die Akte an die ITF (Internationale Transportarbeiter Föderation) weiter.

ITF verurteilt Flüge

In einem Schreiben an die Direktion der Firma STRATEGIC AIRLINES, die ihren Hauptsitz in Australien hat, verurteilt die ITF deren Vorgehensweise energisch.
Die ITF hat die Akte an den IGB (Internationaler Gewerkschaftsbund) weitergeleitet, damit auf Weltebene die nötigen Schritte gegen Luxemburg und die betroffene Firma unternommen werden.

In seiner Antwort an den OGBL basiert sich Verkehrsminister Claude Wiseler auf die Informationen, die er seitens der Direction de l’Aviation civile (DAC) erhalten hat. Die DAC habe eine Risikobewertung gemacht und habe daraufhin die Flüge genehmigt.

Außenminister Asselborn bestätigt in seinem Antwortschreiben, dass sowohl der Irak als auch Afghanistan als Risikogebiete zu bezeichnen sind. Die, die sich dorthin begeben möchten, müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, so der Außenminister.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Positionen seitens zweier Regierungsmitglieder fordert der OGBL den für diesen Bereich politisch verantwortlichen Transportminister auf, diesen Fall noch einmal eingehender zu überprüfen.

Der OGBL verurteilt die Vorgehensweise von STRATEGIC AIRLINES und schließt sich der Vorgehensweise der ITF an.

Mitgeteilt vom OGBL-Syndikat zivile Luftfahrt
am 15. Dezember 2011

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