{"id":94782,"date":"2026-02-12T09:34:51","date_gmt":"2026-02-12T08:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ogbl.lu\/?post_type=communiques&#038;p=94782"},"modified":"2026-02-12T09:38:25","modified_gmt":"2026-02-12T08:38:25","slug":"ce-qui-va-vraiment-changer-pour-les-salaries-au-luxembourg","status":"publish","type":"communiques","link":"https:\/\/www.ogbl.lu\/de\/communique\/ce-qui-va-vraiment-changer-pour-les-salaries-au-luxembourg\/","title":{"rendered":"Was sich f\u00fcr Arbeitnehmer in Luxemburg wirklich \u00e4ndern wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ab 2026 wird die Lohntransparenz in Luxemburg Realit\u00e4t. Diese Entwicklung ergibt sich aus der im Mai 2023 verabschiedeten europ\u00e4ischen Richtlinie 2023\/970, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern im Bereich der Entlohnung zu st\u00e4rken. Luxemburg muss diese Richtlinie sp\u00e4testens bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umsetzen.<\/strong><\/p>\n<p>Aber was wird sich hinter diesen rechtlichen Verpflichtungen f\u00fcr die Arbeitnehmer tats\u00e4chlich \u00e4ndern? Welche konkreten Auswirkungen werden im beruflichen Alltag zu bemerken sein?<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Warum diese Richtlinie? Eine nach wie vor besorgniserregende Feststellung<\/p>\n<p>Trotz existierender gesetzlicher Rahmenbedingungen bestehen in Europa weiterhin Lohnunterschiede. Laut Eurostat-Zahlen verdienen Frauen in der Europ\u00e4ischen Union immer noch durchschnittlich um die 12\u2005% weniger pro Stunde als M\u00e4nner. Dieser Unterschied hat nachhaltige Folgen: Er tr\u00e4gt insbesondere zu einer Rentenl\u00fccke von etwa 26\u2005% bei.<\/p>\n<p>Eines der gr\u00f6\u00dften Hindernisse ist die mangelnde Transparenz der Verg\u00fctungssysteme, die es schwierig macht, Diskriminierungen aufzudecken und anzufechten.<\/p>\n<p>Wie sollen ohne Transparenz ungerechtfertigte Situationen verglichen, verstanden oder hinterfragt werden?<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Richtlinie basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Grundsatz: Jeder Arbeitnehmer muss verstehen k\u00f6nnen, wie sein Gehalt festgelegt wird, und seine Situation fair mit der von Kollegen in vergleichbaren Positionen vergleichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Ein klares Ziel: Lohnungleichheiten verringern<\/p>\n<p>Das Hauptziel der Richtlinie ist es, das Lohngef\u00e4lle zwischen Frauen und M\u00e4nnern f\u00fcr gleiche oder gleichwertige Arbeit zu verringern. Um dies fertigzubringen, m\u00f6chte die Europ\u00e4ische Union den Arbeitnehmern mehr Transparenz hinsichtlich der Verg\u00fctungsregeln bieten und den Arbeitgebern strengere Nachweis- und \u00dcberwachungspflichten auferlegen.<\/p>\n<p>Ziel ist es nicht, gleiche L\u00f6hne f\u00fcr alle vorzuschreiben, sondern es gilt sicherzustellen, dass Lohnunterschiede auf objektiven, messbaren und nichtdiskriminierenden Kriterien beruhen.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Mehr Transparenz schon bei der Einstellung<\/p>\n<p>Die Richtlinie betrifft nicht nur bereits besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer. Sie gilt bereits ab der Einstellungsphase. Konkret hei\u00dft das:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Bewerber haben das Recht, vor dem Vorstellungsgespr\u00e4ch oder in der Stellenanzeige das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne zu erfahren.<\/li>\n<li>Arbeitgeber d\u00fcrfen Bewerber nicht mehr nach ihrem bisherigen Gehaltsverlauf (aktuelles oder vorheriges Gehalt) fragen.<\/li>\n<li>Die Stellenbezeichnungen und Stellenangebote m\u00fcssen geschlechtsneutral, allgemein neutral und nicht-diskriminierend formuliert sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Regeln zielen darauf ab, Verhandlungen ausgewogener zu gestalten und ungerechtfertigte Lohnunterschiede bereits bei der Einstellung zu begrenzen.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Neue Arbeitnehmerrechte<\/p>\n<p>F\u00fcr bereits besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer f\u00fchrt die Richtlinie mehrere neue Rechte ein:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Recht auf Auskunft \u00fcber ihr individuelles Gehaltsniveau und die durchschnittliche Verg\u00fctung f\u00fcr gleichwertige Positionen, aufgeschl\u00fcsselt nach Geschlecht.<\/li>\n<li>Das Recht, die angewandten Kriterien f\u00fcr Gehaltserh\u00f6hungen, Pr\u00e4mien und Bef\u00f6rderungen zu erfahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Kriterien m\u00fcssen objektiv, transparent und zug\u00e4nglich sein, damit jeder nachvollziehen kann, wie seine Verg\u00fctung festgelegt wird und wie sie sich entwickelt.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt: Klauseln, die Gespr\u00e4che \u00fcber das Gehalt verbieten, werden unwirksam. Die Arbeitnehmer k\u00f6nnen sich zum Zweck der Gleichstellung frei \u00fcber ihre Verg\u00fctung austauschen, ohne Sanktionen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, wodurch die Kultur der Transparenz gest\u00e4rkt wird. Die Richtlinie erkennt dieses Recht ausdr\u00fccklich an.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Erh\u00f6hte Verpflichtungen f\u00fcr Unternehmen<\/p>\n<p>Unternehmen m\u00fcssen Lohndaten erheben und an die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden \u00fcbermitteln, damit Lohnunterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern \u00fcberwacht werden k\u00f6nnen. Wenn ein ungerechtfertigter Lohnunterschied von mindestens 5\u2005% festgestellt wird:<\/p>\n<ul>\n<li>muss der Arbeitgeber gemeinsam mit den Personalvertretern eine Bewertung der Verg\u00fctungen vornehmen;<\/li>\n<li>m\u00fcssen Korrekturma\u00dfnahmen ergriffen werden, sofern keine objektive Begr\u00fcndung vorliegt und innerhalb von sechs Monaten keine Korrektur erfolgt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch Gewerbeinspektion und Gleichstellungsbeh\u00f6rden k\u00f6nnen t\u00e4tig werden und Erkl\u00e4rungen verlangen.<\/p>\n<p>Wie die CSL in ihrer Mitteilung von April 2021 zum Vorschlag f\u00fcr eine Richtlinie zur Lohntransparenz betont, k\u00f6nnen Arbeitsaufsichts- und Gleichstellungsbeh\u00f6rden t\u00e4tig werden, um Erkl\u00e4rungen zu verlangen und sicherzustellen, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen nachkommt. Die CSL betont, dass die Beschr\u00e4nkung dieser Verpflichtungen auf gro\u00dfe Unternehmen einen Teil der Arbeitnehmer ungesch\u00fctzt l\u00e4sst: Um echte Gleichstellung zu gew\u00e4hrleisten, sollten alle Unternehmen betroffen sein.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Eine besondere Herausforderung f\u00fcr Luxemburg und Grenzg\u00e4nger<\/p>\n<p>In einem Land, in dem fast die H\u00e4lfte der Arbeitskr\u00e4fte Grenzg\u00e4nger sind, ist diese Richtlinie ein bedeutender kultureller Wandel. Unterschiede in der Verg\u00fctung je nach Dienstalter, seltenen F\u00e4higkeiten, Erfahrung oder Marktpraktiken zwischen Gebietsans\u00e4ssigen und Grenzg\u00e4ngern sind nicht verboten, m\u00fcssen jedoch klar und objektiv erkl\u00e4rt und begr\u00fcndet werden.<\/p>\n<p>Diese Transparenz erm\u00f6glicht es den Arbeitnehmern zu verstehen, warum bestimmte Unterschiede bestehen, und zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob diese nicht auf diskriminierenden Kriterien beruhen.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Ein progressiver Zeitplan entsprechend der Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens<\/p>\n<p>Die Meldepflichten werden schrittweise eingef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>250 Besch\u00e4ftigte und mehr: j\u00e4hrliche \u00dcbermittlung der Daten ab Juni 2027;<\/li>\n<li>150 bis 249 Besch\u00e4ftigte: \u00dcbermittlung alle drei Jahre ab Juni 2027;<\/li>\n<li>100 bis 149 Besch\u00e4ftigte: \u00dcbermittlung alle drei Jahre ab 2031;<\/li>\n<\/ul>\n<p>weniger als 100 Besch\u00e4ftigte: Verpflichtung grunds\u00e4tzlich freiwillig (vorbehaltlich einer abweichenden nationalen Entscheidung).<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Rechtsmittel, Entsch\u00e4digung und Schutz der Arbeitnehmer<\/p>\n<p>Die Richtlinie verbessert den Schutz der Arbeitnehmer: Erleichterter Zugang zu Gerichtsverfahren, auch nach Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses. M\u00f6glichkeit von Sammelklagen zur Bek\u00e4mpfung von Ungleichheiten auf Gruppen- oder Branchenebene und Anspruch auf vollst\u00e4ndige Entsch\u00e4digung bei nachgewiesener Diskriminierung.<\/p>\n<p>Die Umkehr der Beweislast stellt einen wichtigen Fortschritt dar: Wenn der Arbeitnehmer Anhaltspunkte f\u00fcr eine Diskriminierung vorlegt, muss der Arbeitgeber nachweisen, dass keine Diskriminierung stattgefunden hat. Die Arbeitnehmer k\u00f6nnen auch die Gerichts- und Sachverst\u00e4ndigenkosten er\u00ad\u00adstattet bekommen, wodurch ein erhebliches finanzielles Hindernis f\u00fcr die Einleitung rechtlicher Schritte beseitigt wird.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Ein kultureller und rechtlicher Wandel<\/p>\n<p>Lohntransparenz bedeutet nicht, dass alle Geh\u00e4lter gleich sein m\u00fcssen. Sie soll sicherstellen, dass Unterschiede auf objektiven und nachvollziehbaren Kriterien beruhen und nicht auf dem Geschlecht oder anderen Diskriminierungsmerkmalen. F\u00fcr luxemburgische Arbeitnehmer ist dies ein neuartiges Instrument des Dialogs, das Fairness, Vertrauen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Lohnpolitik in einem zunehmend wettbewerbsorientierten und internationalen Arbeitsmarkt f\u00f6rdert.<\/p>\n<p class=\"custom-title\" style=\"font-family: Montserrat, sans-serif; font-size: 20px; font-weight: 500; font-style: normal; color: #e40f2e;\">Eine wichtige Entwicklung im luxemburgischen Sozialrecht<\/p>\n<p>Obwohl es in Luxemburg schon Vorschriften gibt, die Lohndiskriminierungen verbieten, stellt die europ\u00e4ische Richtlinie mit der Einf\u00fchrung konkreter Transparenz- und Rechtfertigungspflichten einen wichtigen Wendepunkt dar.<\/p>\n<p>F\u00fcr Arbeitnehmer ist es vor allem ein neues Instrument zum Verst\u00e4ndnis und Dialog \u00fcber die Verg\u00fctung in einem zunehmend internationalisierten und wettbewerbsorientierten Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Diese Richtlinie st\u00f6\u00dft jedoch bei den Arbeitgebern auf gemischte Reaktionen. Viele von ihnen \u00e4u\u00dfern Bedenken wegen des administrativen und finanziellen Aufwands, den die Umsetzung der neuen Verpflichtungen zur Transparenz der Verg\u00fctung mit sich bringen k\u00f6nnte.<\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":94783,"template":"","categorie_communiques":[41],"syndicat":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\r\n<title>Was sich f\u00fcr Arbeitnehmer in Luxemburg wirklich \u00e4ndern wird - OGBL<\/title>\r\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\r\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/ce-qui-va-vraiment-changer-pour-les-salaries-au-luxembourg\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\r\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\r\n<meta property=\"og:title\" content=\"[:fr]Ce qui va vraiment changer pour les salari\u00e9s au Luxembourg[:de]Was sich f\u00fcr Arbeitnehmer in Luxemburg wirklich \u00e4ndern wird[:] - OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ab 2026 wird die Lohntransparenz in Luxemburg Realit\u00e4t. 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