{"id":2683,"date":"2020-10-15T14:14:34","date_gmt":"2020-10-15T12:14:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ogbl.lu\/communiques\/les-lecons-des-crises-precedentes-ont-ete-retenues-mais-les-annonces-restent-insuffisantes"},"modified":"2023-06-22T10:01:45","modified_gmt":"2023-06-22T08:01:45","slug":"les-lecons-des-crises-precedentes-ont-ete-retenues-mais-les-annonces-restent-insuffisantes","status":"publish","type":"communiques","link":"https:\/\/www.ogbl.lu\/de\/communique\/les-lecons-des-crises-precedentes-ont-ete-retenues-mais-les-annonces-restent-insuffisantes\/","title":{"rendered":"Die Lehren der vorigen Krisen wurden gezogen, allerdings bleiben die Ank\u00fcndigungen unzureichend"},"content":{"rendered":"<p><center><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kiHFHTyQwnc\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/center><br \/>\nDer OGBL hat die Rede zur Lage der Nation des Premiersministers Xavier Bettel vom 13. Oktober 2020 zur Kenntnis genommen und hat mit der Analyse des Haushaltsentwurfs f\u00fcr 2021 begonnen, der am 14. Oktober von Finanzminister Pierre Gramegna vorgelegt wurde. Der OGBL begr\u00fc\u00dft zwar nachdr\u00fccklich eine Reihe positiver Ank\u00fcndigungen der beiden Regierungsmitglieder, m\u00f6chte aber auch betonen, dass diese angesichts des Ernstes der sozialen und wirtschaftlichen Lage, in der sich das Land derzeit befindet, und der zahlreichen bereits bestehenden Krisen, die sich im Kontext der Covid-19-Krise nur noch versch\u00e4rft haben (Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt, Wohnungswesen, Kaufkraft, Ungleichheiten, Klima&#8230;), noch unzureichend sind.<\/p>\n<p>Unter den als positiv bewerteten Akzenten nimmt der OGBL insbesondere die erkl\u00e4rte Bereitschaft der Regierung zur Kenntnis, das Land nicht einer neuen Sparpolitik mit allen damit verbundenen katastrophalen Folgen \u2013 sozialer, wirtschaftlicher und politischer Art \u2013 zu unterwerfen. Die Lehren aus der Finanzkrise von 2008\/2009 scheinen in diesem Punkt gezogen worden zu sein. Der Premierminister hat sogar die Bedeutung eines starken Sozialstaates betont und f\u00fcr dessen St\u00e4rkung pl\u00e4diert. Der OGBL kann dies nur begr\u00fc\u00dfen. Das hohe Niveau der staatlichen Investitionen, das die Regierung aufrechterhalten will, wird ebenfalls vom OGBL als positiv bewertet, ebenso wie die offen gelassene M\u00f6glichkeit, weitere \u00f6ffentliche Anleihen vorzuzunehmen, falls sich dies als notwendig erweisen sollte. Der luxemburgische Staat hat in diesem Bereich immer noch einen Handlungsspielraum, den es zu nutzen gilt, falls die Situation dies erfordert.<\/p>\n<p>Der OGBL begr\u00fc\u00dft auch die Tatsache, dass die Regierung \u2013 mit der bemerkenswerten Ausnahme der Einf\u00fchrung der CO<sub>2<\/sub>-Steuer &#8211; keine zus\u00e4tzlichen (direkten oder indirekten) Steuererh\u00f6hungen angek\u00fcndigt hat, die die Kaufkraft der Bev\u00f6lkerungsschichten mit niedrigem und mittlerem Einkommen weiter schw\u00e4chen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist nat\u00fcrlich auch die Entscheidung, den Betrieben zu erm\u00f6glichen, von der Kurzarbeit \u00fcber den 31. Dezember 2020 hinaus Gebrauch zu machen und die Bedingungen f\u00fcr den Zugang dazu im Rahmen des Sozialdialogs im Voraus festzulegen, eine gute Nachricht. Allerdings besteht der OGBL in diesem Zusammenhang bereits jetzt darauf, dass der Zugang zur Kurzarbeit zwingend an eine Reihe von Garantien gekn\u00fcpft wird (Besch\u00e4ftigungsgarantien; Beibehaltung der Vereinbarung, die garantiert, dass die Entsch\u00e4digung nicht unter dem sozialen Mindestlohn liegen darf, um Einkommensverluste zu begrenzen \u2026)<\/p>\n<p>Andere Ank\u00fcndigungen des Premierministers und des Finanzministers sind ihrerseits f\u00fcr den OGBL weitgehend unzureichend. Dies gilt f\u00fcr die im Zusammenhang mit der Einf\u00fchrung der CO<sub>2<\/sub>-Steuer vorgesehenen sozialen Kompensationen. Wenn der OGBL die Tatsache zwar begr\u00fc\u00dft, dass die Regierung den Grundsatz einer nach Einkommen gestaffelten Entsch\u00e4digung (degressiver Steuerkredit) eingef\u00fchrt hat, ist er jedoch der Ansicht, dass der von der Regierung festgelegte Entsch\u00e4digungsh\u00f6chstbetrag (96 EUR) viel zu niedrig ist, um die neue Steuer wirklich auszugleichen, und bedauert, dass die Betroffenen ab einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von 80 000 EUR \u00fcberhaupt keine Entsch\u00e4digung mehr erhalten \u00a0(es sei darauf hingewiesen, dass der Durchschnittslohn in Luxemburg rund 65 000 EUR betr\u00e4gt). Und wie verh\u00e4lt es sich mit den sehr kleinen Einkommen, die heute von der Steuer befreit sind? Werden sie \u00fcberhaupt keine Entsch\u00e4digung erhalten? Und was macht die Regierung mit ihrem so genannten \u201eVerursacherprinzip\u201c bei Mietern, die keinen Einfluss auf die Art der in ihren H\u00e4usern verwendeten Energie haben, sei es zum Heizen, Waschen oder Kochen. Der OGBL fordert hier die Regierung auf, entweder Heiz\u00f6l und Erdgas von der CO<sub>2<\/sub>-Steuer auszunehmen oder ein R\u00fcckerstattungssystem f\u00fcr Mieterhaushalte einzuf\u00fchren. Auf jeden Fall ist diese neue CO<sub>2<\/sub>-Steuer, wie wir sehen, in sozialer Hinsicht keineswegs ausgeglichen.<\/p>\n<p>Der OGBL h\u00e4lt es auch f\u00fcr inakzeptabel, dass die Regierung die 10%ige Erh\u00f6hung der Teuerungszulage im Zusammenhang mit der Einf\u00fchrung der CO<sub>2<\/sub>-Steuer als sozialen Ausgleich darstellt. Tats\u00e4chlich ist die Teuerungszulage seit 2009 nicht mehr angepasst worden, und ihre angek\u00fcndigte Aufwertung kann daher bestenfalls als eine bescheidene und immer noch nicht ausreichende Anpassung angesehen werden, die schon vor langer Zeit h\u00e4tte vorgenommen werden m\u00fcssen. Der OGBL hatte die Verdoppelung der H\u00f6he der fraglichen Zulage begr\u00fc\u00dft, auch wenn es sich nur um eine vor\u00fcbergehende Ma\u00dfnahme f\u00fcr das Jahr 2020 handelt. Diese Ma\u00dfnahme war sehr wichtig, um den Kaufkraftverlust der betroffenen Haushalte w\u00e4hrend der Pandemie abzufedern. In Anbetracht der Entwicklung der Pandemie ist der OGBL der Ansicht, dass die Ma\u00dfnahme nun bis 2021 verl\u00e4ngert werden sollte und dass, sobald die Pandemie gestoppt ist, ein Anstieg \u00fcber die von der Regierung angek\u00fcndigten 10% hinaus in Betracht gezogen werden sollte. Der OGBL bedauert auch, dass die verschiedenen Pr\u00e4mien, die die Regierung durch die neuen Einnahmen aus der CO<sub>2<\/sub>-Steuer zu erh\u00f6hen gedenkt (Elektromobilit\u00e4t und Energieeffizienz), nicht einem Progressionsprinzip unterliegen. In Abwesenheit eines solchen Prinzips werden sie nur den besser verdiendenden Haushalten zugutekommen.<\/p>\n<p>Der OGBL stellt dann mit Erstaunen fest, dass die Regierung zwar immer noch plant, das unfaire und viel angeprangerte Stock Options-Regime als solches abzuschaffen, jetzt aber die Einf\u00fchrung eines weiteren Steuerverg\u00fcnstigungsregime ank\u00fcndigt, diesmal in Form von \u201eBeteiligungspr\u00e4mien\u201c, die allerdings der alten Ma\u00dfnahme sehr zu \u00e4hneln scheinen.. Der OGBL ist gegen die Einf\u00fchrung einer solchen Regelung, die nur sehr hohe Geh\u00e4lter beg\u00fcnstigt und damit neue Steuerungerechtigkeiten schafft.<\/p>\n<p>Bleiben die Ank\u00fcndigungen der Regierung im Kampf gegen die Wohnungskrise. Zun\u00e4chst einmal begr\u00fc\u00dft der OGBL die Erkl\u00e4rungen sowohl des Premierministers als auch des Finanzministers, dass es in Luxemburg tats\u00e4chlich greifbare Spekulationen im Grundst\u00fccks- und Immobiliensektor gibt und dass sie daher erste Ans\u00e4tze zur Eind\u00e4mmung der spekulativen Nachfrage durch neue Steuergesetze vorschlagen. Der OGBL wird die Einzelheiten und den Umfang der angek\u00fcndigten Reform der spezialisierten Investmentfonds (FIS) und anderer Gesellschaftsformen analysieren und sie bez\u00fcglich des Prinzips der Steuergerechtigkeit pr\u00fcfen. Im \u00dcbrigen bedauert der OGBL, dass die Regierung immer noch nicht vorhat, mehr Sozialwohnungen auf den Markt zu bringen (die Ziele der Regierung in diesem Bereich sind weitgehend unzureichend), noch die Gemeinden zur F\u00f6rderung erschwinglicher Wohnungen zu veranlassen (angek\u00fcndigte Reform des Wohnungspakts), noch ihren j\u00fcngsten Gesetzesentwurf \u00fcber Mietvertr\u00e4ge zu \u00e4ndern (der von Grund auf \u00fcberarbeitet werden muss), noch die Verm\u00f6genssteuer zu reformieren (durch Einf\u00fchrung der Progressivit\u00e4t, wobei das Eigenheim ausgenommen weden soll), noch eine nationale Bodenr\u00fcckhaltungssteuer einzuf\u00fchren. Kurz gesagt, die Ank\u00fcndigungen der Regierung auf den Wohnraum bezogen bleiben insgesamt deutlich unter dem, was erforderlich w\u00e4re, um die Herausforderung der Wohnungskrise ernsthaft anzugehen<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend bedauert der OGBL auch das Schweigen des Premierministers und des Finanzministers zu einer Reihe von Fragen, die zu den Priorit\u00e4ten der Regierung geh\u00f6ren sollten. So wurden die notwendigen Reformen, die im Bereich des Arbeitsrechts (Plan zum Besch\u00e4ftigungserhalt, Sozialplan, Konkurse, berufliche Weiterbildung, betriebliche Sozialbilanz, Gesetzgebung zum Kollektivvertrag&#8230;) notwendig sind, nicht einmal erw\u00e4hnt. Dasselbe gilt f\u00fcr die Familienleistungen, f\u00fcr die der OGBL eine dringende Aufwertung und Neuindexierung fordert, zu der sich die Regierung bereits 2014 verpflichtet hatte.<\/p>\n<p><b>Mitgeteilt vom OGBL<br \/>\nam 15. Oktober 2020<\/b><\/p>\n<p>&gt;&gt; <a href=\"\/de\/communique\/cinq-priorites-pour-sortir-de-la-crise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">F\u00fcnf Priorit\u00e4ten, um aus der Krise herauszukommen<\/a><br \/>\n&gt;&gt; <a href=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Aktuell_0220_Dossier_DE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dossier \u2013 Der soziale Weg aus der Krise<\/a><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","categorie_communiques":[41],"syndicat":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\r\n<title>Die Lehren der vorigen Krisen wurden gezogen, allerdings bleiben die Ank\u00fcndigungen unzureichend - OGBL<\/title>\r\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\r\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/les-lecons-des-crises-precedentes-ont-ete-retenues-mais-les-annonces-restent-insuffisantes\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\r\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\r\n<meta property=\"og:title\" content=\"[:fr]Les le\u00e7ons des crises pr\u00e9c\u00e9dentes ont \u00e9t\u00e9 retenues mais les annonces restent insuffisantes[:de]Die Lehren der vorigen Krisen wurden gezogen, allerdings bleiben die Ank\u00fcndigungen unzureichend[:en]Les le\u00e7ons des crises pr\u00e9c\u00e9dentes ont \u00e9t\u00e9 retenues mais les annonces restent insuffisantes[:] - OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der OGBL hat die Rede zur Lage der Nation des Premiersministers Xavier Bettel vom 13. 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