{"id":2135,"date":"2016-12-06T15:50:03","date_gmt":"2016-12-06T14:50:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ogbl.lu\/communiques\/quel-concept-pour-leducation-plurilingue"},"modified":"2023-06-16T13:03:18","modified_gmt":"2023-06-16T11:03:18","slug":"quel-concept-pour-leducation-plurilingue","status":"publish","type":"communiques","link":"https:\/\/www.ogbl.lu\/de\/communique\/quel-concept-pour-leducation-plurilingue\/","title":{"rendered":"Mehrsprachige Erziehung braucht klare Ziele"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/enfants_jouent_dehors.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19822\" style=\"border: 0px none;\" src=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/enfants_jouent_dehors.jpg\" alt=\"enfants_jouent_dehors\" width=\"300\" \/><\/a><b><i>Das SEW\/OGBL ist der Meinung, dass die Schule den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen muss und daher die Mehrsprachigkeit als absolut f\u00f6rdernswert ansieht. ist und Es teilt in dem aktuellen Kontext die Sorge des Ministers, unseren Kindern mehr Franz\u00f6sisch beizubringen. Es ist aber nicht einverstanden mit der Vorgehensweise des Ministers, die riskiert mehr Schaden anzurichten als Nutzen zu bringen.<\/i><\/b><\/p>\n<p>Am 8. November stellten der Erziehungsminister, die AIP und das SNE\/CGFP ein Abkommen zu den Richtlinien der Erziehungspolitik im ersten Zyklus vor. Dieses Abkommen sieht eine Ann\u00e4herung zwischen Grundschule und paraschulischen Einrichtungen, sowie ein neues Konzept zur Mehrsprachigkeit im ersten Zyklus vor. Zuk\u00fcnftig sollen die Lehrer des ersten Zyklus sich \u00fcber ein gemeinsames Konzept f\u00fcr eine mehrsprachige Erziehung beraten. Neben einer Sensibilisierung zu den in Bezug auf die verschiedenen Sprachen und einer Einf\u00fchrung ins Franz\u00f6sische, <b>soll die Entwicklung der sprachlichen Kompetenzen im Luxemburgischen eine Vorrangstellung genie\u00dfen. <\/b>Obwohl die konkrete Umsetzung des Konzepts den Lehrern des ersten Zyklus obliegt, wurden die Prinzipien festgelegt ohne sie zu befragen.<\/p>\n<p>Wer hat den Minister von dieser Vorgehensweise \u00fcberzeugt? Gibt es eine <b>Studie zur Machbarkeit<\/b> dieses Unterfangens? In welchem Rahmen, mit welchen Sch\u00fclern und mit welchen Lehrern wurde das erprobt?<\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten Lehrer des ersten Zyklus steht fest, dass <b>der Minister die Praxis in den Schulen nicht kennt<\/b>. Doch <b>was bewegte eine Lehrer-Gewerkschaft dazu, ihr Einvernehmen zu geben?<\/b><\/p>\n<p>Wenn das SEW\/OGBL diese Vorgehensweise heftig kritisiert, dann geht es ihm vor allem darum, dass die Kinder in der Grundschule die drei Landessprachen wirklich lernen und auch noch die Motivation und die F\u00e4higkeit zum Erlernen weiterer Sprachen bewahren. <b>Franz\u00f6sisch und Deutsch sind wichtige Sprachen f\u00fcr alle Einwohner Luxemburgs. Das Erlernen dieser Sprachen stellt eine wichtige Herausforderung f\u00fcr die Zukunft des Landes<\/b>, das Zusammenleben und die kulturelle Bereicherung jedes Einzelnen dar. Wenn man die Kinder dazu bringen m\u00f6chte sehr fr\u00fch in 2 verschiedenen Sprachen zu interagieren, dann <b>muss man sie in Situationen versetzen, in denen sie unterschiedlichen Personen begegnen die sie in diesen Sprachen anreden.<\/b><\/p>\n<p>Das SEW\/OGBL ist der Meinung, dass in einem solch vielsprachigen Land wie Luxemburg <b>das Erlernen der 3 Landessprachen in der Grundschule auf einem h\u00f6chst prek\u00e4ren Aufbau beruht, den man nicht durch leichtfertige Experimente gef\u00e4hrden sollte.<\/b><\/p>\n<p>Die meisten Studien beweisen, dass der <b>Erwerb einer zweiten Sprache<\/b> unterschiedlich erfolgt je nachdem, ob sie in einem schulischen oder au\u00dferschulischen Rahmen durch Interaktion in einem fremdsprachlichen Milieu erlernt wird. Junge Kinder sind in der Tat sehr aufnahme-bereit f\u00fcr neue Sprachen, wenn sie regel-m\u00e4\u00dfig in Kontakt sind mit fremdsprachigen Erwachsenen: mehrsprachige Kinder, deren Eltern verschiedene Sprachen sprechen und oft auch noch \u00fcber eine Drittsprache miteinander reden, oder Kinder, welche regelm\u00e4\u00dfig eine anderssprachige Tages-st\u00e4tte besuchen. Junge Kinder haben ein gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis, mit den Erwachsenen, welche sie umgeben, in Kontakt zu treten, und \u00fcbernehmen deshalb spontan neue Sprachen. Im schulischen Kontext geschieht dieses Erlernen \u00fcber andere Kan\u00e4le.<\/p>\n<p>Der erste Zyklus steht genau am Scheideweg zwischen diesen Herangehensweisen. Die Lehrer hatten dort bisher klare Auftr\u00e4ge, die sie mit gro\u00dfer Ausdauer und mit beachtlichem Erfolg erledigten. Im Sprachen-<b>bereich ging es vor allem um die luxemburgische Sprache, die als gemeinsame Sprache erlernt<\/b> und entwickelt wurde. Dieses Lernen fand vorrangig in der gemein-samen Interaktion auf relativ <b>informelle Art und Weise<\/b> statt. Dort, wo dieses informelle Lernen durch die gegebene Situation nicht so einfach m\u00f6glich war, wurde auf <b>strukturierte Lerninhalte<\/b> zur\u00fcckgegriffen, damit der Lernprozess bei allen Sch\u00fclern erfolgreich stattfinden konnte. Es gab ein f\u00fcr alle <b>klar erkennbares gemeinsames Ziel<\/b>.<\/p>\n<p>Wenn die Kinder des ersten Zyklus demn\u00e4chst feststellen, dass ihr Lehrer abwechselnd Luxemburgisch und Franz\u00f6sisch spricht, und\u00a0 auch wenn dies in verschiedenen Begebenheiten geschieht, werden die <b>Kinder, die schon ein bisschen Franz\u00f6sisch reden, ihren Lehrer nur noch auf Franz\u00f6sisch anreden, w\u00e4hrend die luxemburgischen Kinder ihn auf Luxemburgisch anreden werden<\/b>. Alle andern werden sich wahrscheinlich f\u00fcr die Sprache entscheiden, die in der Klasse dominant ist. <b>Es wird dadurch schwieriger, eine gemeinsame Sprache zu f\u00f6rdern.<\/b> Wenn dann auch noch das \u201e\u00e9veil aux langues\u201c in den Muttersprachen der Kinder hinzukommt, <b>riskiert das Ganze in einer allgemeinen Kakophonie unterzugehen<\/b>, aus der sich keine wirkliche Sprachkompetenz entwickeln kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr das weitere Erlernen der Sprachen in den Zyklen 2 bis 4 brauchen die Kinder jedoch eine <b>gute Basis in wenigstens einer Sprache<\/b>. F\u00fcr eine <b>Alphabetisierung auf Deutsch ist eine gute Kenntnis des Luxemburgischen oder des Deutschen von Vorteil. Die Experimente im ersten Zyklus riskieren also auch Auswirkungen auf den weiteren Spracherwerb zu haben<\/b>.<\/p>\n<p>Das SEW\/OGBL ist der Meinung, dass das Thema zu wichtig ist, um fl\u00e4chendeckende Experimente loszutreten ohne zu beachten, dass es sehr unterschiedliche lokale Kontexte gibt. Auf der <b>p\u00e4dagogischen Tagung des SEW\/OGBL zum Sprachenlernen<\/b> (20.2.2016) gingen die Meinungen der Lehrer verschiedener Regionen bez\u00fcglich der Gewichtung des Deutschen und des Franz\u00f6sischen sowie der Alphabetisierungssprache weit auseinander. <b>M\u00fcsste man nicht eine (wissenschaftlich begleitete) Versuchsphase an verschiedenen Schulen mit unter-schiedlichen sprachlichen Situationen starten und eine Arbeitsgruppe bilden, um die verschiedenen M\u00f6glichkeiten auszuloten, unter denen eine zweisprachige Erziehung in verschiedenen Kontexten m\u00f6glich wird?<\/b> Man m\u00fcsste dar\u00fcber hinaus auch \u00fcberlegen, welche Konsequenzen die bilinguale Erziehung auf den weiteren Sprachenunterricht in den Zyklen 2 bis 4 haben wird.<\/p>\n<p><b>Das SEW\/OGBL w\u00e4re gerne bereit an solchen, von der Praxis ausgehenden, \u00dcberlegungen mitzuarbeiten.<\/b><\/p>\n<p><b>Mitgeteilt vom SEW\/OGBL<br \/>\nam 6. Dezember 2016<\/b><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":3976,"template":"","categorie_communiques":[49],"syndicat":[77],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\r\n<title>Mehrsprachige Erziehung braucht klare Ziele - OGBL<\/title>\r\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\r\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/quel-concept-pour-leducation-plurilingue\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\r\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\r\n<meta property=\"og:title\" content=\"[:fr]Quel concept pour l\u2019\u00e9ducation plurilingue ?[:de]Mehrsprachige Erziehung braucht klare Ziele[:en]Quel concept pour l\u2019\u00e9ducation plurilingue ?[:] - OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das SEW\/OGBL ist der Meinung, dass die Schule den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen muss und daher die Mehrsprachigkeit als absolut \u2026\" \/>\r\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/quel-concept-pour-leducation-plurilingue\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2023-06-16T11:03:18+00:00\" \/>\r\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/enfants_jouent_dehors.jpg\" \/>\r\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"403\" \/>\r\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"269\" \/>\r\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\r\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\r\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"10 Minuten\" \/>\r\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/quel-concept-pour-leducation-plurilingue\/\",\"url\":\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/quel-concept-pour-leducation-plurilingue\/\",\"name\":\"[:fr]Quel concept pour l\u2019\u00e9ducation plurilingue ?[:de]Mehrsprachige Erziehung braucht klare Ziele[:en]Quel concept pour l\u2019\u00e9ducation plurilingue ?[:] - 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