{"id":1985,"date":"2016-02-11T15:16:01","date_gmt":"2016-02-11T14:16:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ogbl.lu\/communiques\/luel-et-le-dialogue-social"},"modified":"2023-06-30T10:24:05","modified_gmt":"2023-06-30T08:24:05","slug":"luel-et-le-dialogue-social","status":"publish","type":"communiques","link":"https:\/\/www.ogbl.lu\/de\/communique\/luel-et-le-dialogue-social\/","title":{"rendered":"Die UEL und der Sozialdialog"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_16814\" aria-describedby=\"caption-attachment-16814\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/Andre_Roeltgen_2014.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16814 \" src=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/Andre_Roeltgen_2014.jpg\" alt=\"Andr\u00e9 Roeltgen, Pr\u00e9sident de l\u2018OGBL\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-16814\" class=\"wp-caption-text\">Andr\u00e9 Roeltgen, Pr\u00e4sident des OGBL<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Wer f\u00fcr Lohn arbeiten geht, verkauft nicht nur seine Arbeit, sondern auch seine Zeit, einen wesentlichen Teil seiner Lebenszeit. Jede Lohnverhandlung ist gleichzeitig eine Verhandlung \u00fcber die Zeit. Die Begrenzung der Dauer der t\u00e4glichen und der w\u00f6chentlichen Arbeitszeit sowie die Einf\u00fchrung von Ruhe- und Urlaubszeiten sind zentrale Momente der Verhandlung zwischen Arbeit und Kapital. Gestern wie heute.<\/p>\n<p>Der Interessengegensatz bei der Arbeitszeit ist eine objektive Realit\u00e4t. Er kann aber durch gesetzliche und vertragliche Regelungen im Rahmen der sozialen Beziehungen entsch\u00e4rft werden. Wie in den meisten L\u00e4ndern Europas geschieht dies in Luxemburg \u00fcber das Arbeitsrecht und \u00fcber die Kollektivvertr\u00e4ge. Wie konfliktorisch sich allerdings die Auseinandersetzung \u00fcber die Arbeitszeiten gestalten kann, beweisen die aktuellen Diskussionen \u00fcber ein neues Arbeitszeitgesetz.<\/p>\n<p>Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die UEL, versucht ein Gesetz \u00fcber die Arbeitszeiten durchzusetzen, das eine stark erh\u00f6hte Flexibilisierung der Arbeitszeiten im einseitigen Interesse der Arbeitgeber zu Lasten des Salariats einf\u00fchren soll. Die UEL will im Sinne des Wortes eine weitestgehend entregelte Organisation der Arbeitszeiten, ohne wirksame Schutzbestimmungen und Begrenzungen, ohne eine transparente Definition der \u00dcberstunden und ohne Mitbestimmung des Salariats.<\/p>\n<p>Der OGBL widersetzt sich den Absichten des Patronats und er hat seinerseits Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Modernisierung des zweifellos stark reformbed\u00fcrftigen PAN-Gesetzes auf den Tisch gelegt. Variable Arbeitszeiten verlangen nach guten Regeln und erfordern als Ausgleich der Arbeitsbelastung die Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr die am kommenden 18. Februar angesetzten Verhandlungen gibt es allerdings zurzeit wenig Optimismus. Die kursierende Patronatsdevise \u201eEntweder wie WIR es wollen, oder WIR belassen es beim alten Gesetz\u201c zeugt nicht nur von fehlendem Reformwillen, sondern auch von einer verzerrten Begriffswahrnehmung \u00fcber den Inhalt und die Aufgabe des sozialen Dialogs und des Arbeitsrechts.<\/p>\n<p>Der OGBL fordert die UEL auf, ihre angek\u00fcndigte Verweigerungshaltung aufzugeben und ein gemeinsames Abkommen anzustreben. Falls sie dies nicht tut, k\u00e4me dies, nach der Ablehnung der UEL des von der Regierung im Jahre 2014 vorgeschlagenen Indexabkommens, einer weiteren Belastung der sozialen Beziehungen in Luxemburg gleich.<\/p>\n<p>Die UEL unterl\u00e4sst au\u00dferdem nichts, um die Regierung unter Druck zu setzen. Da ist beispielsweise die Rede von \u201eVorleistungen\u201c, die die Arbeitgeberseite erbracht habe. Gemeint ist zum einen der Gesetzesvorschlag \u00fcber den Elternurlaub, den die Regierung auf den Instanzenweg gebracht hat und der einen realen Fortschritt darstellt und vom OGBL voll und ganz unterst\u00fctzt wird. Dieser hat allerdings \u00fcberhaupt nichts mit einer \u201eVorleistung\u201c seitens der UEL zu tun. Die Verbesserung des Elternurlaubs reiht sich neben dem allseitigen Ausbau der Betreuungseinrichtungen und \u2013angebote in die Liste jener Priorit\u00e4ten ein, die die europ\u00e4ische Kommission in der Strategie EU2020 festgelegt hat, mit dem Ziel, den Anteil der Frauen am Arbeitsmarkt zu erh\u00f6hen, weil die europ\u00e4ische Wirtschaft im Interesse der Unternehmen auf dieses Potential an Arbeitskraft nicht l\u00e4nger verzichten kann. Was die UEL ebenfalls verschweigt, ist die Tatsache, dass der Elternurlaub \u00fcber den \u00f6ffent-lichen Haushalt finanziert wird. Also weitestgehend von den Besch\u00e4ftigten selbst, deren Steuerlast sich in all den letzten Jahren \u00fcberproportional im Vergleich zu den Betriebssteuern entwickelt hat.<\/p>\n<p>Zum anderen beruft sich die UEL auf das Abkommen, das die UEL mit der Regierung im Januar 2015 abgeschlossen hat. Das darin beschriebene Programm \u201eEntreprises partenaires pour l\u2019Emploi\u201c, besser bekannt durch die medienwirksame Ank\u00fcndigung der Arbeitgeber 5.000 Arbeitssuchende im Verlauf von drei Jahren zus\u00e4tzlich einzustellen, entpuppt sich zusehends als leeres Versprechen. Die Zahlen und Interpretationen des STATEC sprechen eine klare Sprache. Obwohl die Wirtschaft im Jahre 2015 ein starkes Plus zu verzeichnen hat (+4.8% in den ersten neun Monaten), hat sich die Zahl der Arbeitssuchenden zwischen Dezember 2014 und Dezember 2015 nur geringf\u00fcgig um 497 von 19.362 auf 18.865 verringert. Zieht man hiervon noch die gestiegene Zahl jener ab, die sich in den sogenannten Besch\u00e4ftigungsma\u00dfnahmen befinden, reduziert sich die Zahl auf magere 324. Bei der gesetzlichen Anmeldungspflicht von offenen Stellen an die ADEM ist ebenfalls keine Besserung eingetreten. Die Arbeitslosenquote, die gegenw\u00e4rtig bei 6,7% liegt, ist 50% h\u00f6her als 2008, dem Jahr des Krisenausbruches, und 300% h\u00f6her als die Arbeitslosenquote im Jahre 2001. War es das mit der Offensive der UEL im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit?<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":4094,"template":"","categorie_communiques":[41],"syndicat":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\r\n<title>Die UEL und der Sozialdialog - OGBL<\/title>\r\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\r\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/luel-et-le-dialogue-social\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\r\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\r\n<meta property=\"og:title\" content=\"[:fr]L\u2019UEL et le dialogue social[:de]Die UEL und der Sozialdialog[:en]L\u2019UEL et le dialogue social[:] - OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"og:description\" content=\"Wer f\u00fcr Lohn arbeiten geht, verkauft nicht nur seine Arbeit, sondern auch seine Zeit, einen wesentlichen Teil seiner Lebenszeit. 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