{"id":1894,"date":"2015-07-08T13:26:42","date_gmt":"2015-07-08T11:26:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ogbl.lu\/communiques\/on-ne-fait-pas-deconomie-sur-le-social"},"modified":"2023-05-23T19:44:12","modified_gmt":"2023-05-23T17:44:12","slug":"on-ne-fait-pas-deconomie-sur-le-social","status":"publish","type":"communiques","link":"https:\/\/www.ogbl.lu\/de\/communique\/on-ne-fait-pas-deconomie-sur-le-social\/","title":{"rendered":"Im Sozialbereich wird nicht gespart"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/andre_roeltgen_comite_national.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-19245 alignleft\" alt=\"andre_roeltgen_comite_national\" src=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/andre_roeltgen_comite_national.jpg\" width=\"281\" height=\"208\" \/><\/a>Der OGBL-Nationalvorstand war am Dienstag, dem 7. Juli wieder in der Maison du Peuple in Esch\/Alzette versammelt. Au\u00dfer seiner traditionellen Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Situation, hat der Nationalvorstand zu Griechenland Stellung genommen und die letzten Empfehlungen der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr Luxemburg kommentiert. Er hat ebenfalls Stellung genommen zu den angek\u00fcndigten Reformen der Pflegeversicherung und des Steuersystems.<\/p>\n<p><strong> Griechenland: Die Politik der Troika hat versagt<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDer OGBL-Nationalvorstand hat sich zuerst mit dem Referendum befasst, das am 5. Juli 2015 in Griechenland abgehalten wurde. Der OGBL hat zur Kenntnis genommen, dass das griechische Volk sich klar gegen die Austerit\u00e4tsprogramme, die ihm seit f\u00fcnf Jahren auferlegt werden, ausgesprochen hat, und das zum zweiten Mal nach den Parlamentswahlen im Januar, die die aktuelle Regierung an die Macht gebracht haben. Betrachtet man die soziale Misere, in die die Austerit\u00e4t Griechenland innerhalb der vergangenen Jahre getrieben hat und die massive Ablehnung dieser Politik durch das griechische Volk, so unterstreicht der OGBL erneut das Debakel der von der Troika (Europ\u00e4ische Kommission, EZB, IWF) gef\u00fchrten Politik, aber ebenso der europ\u00e4ischen Regierungschefs, die diese Politik unterst\u00fctzt haben.<br \/>\nDer OGBL-Nationalvorstand dr\u00fcckte ebenfalls seine kategorische Ablehnung der Hypothese eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone aus, der nicht nur gegen den Willen des griechischen Volkes w\u00e4re, sondern vielmehr de facto zu einer Destabilisierung der gemeinsamen W\u00e4hrung f\u00fchren w\u00fcrde und zu einer St\u00e4rkung der politischen Kr\u00e4fte auf dem Kontinent, die nur darauf warten, dass die Europ\u00e4ische Union zerf\u00e4llt.<br \/>\nDer OGBL hat demnach s\u00e4mtliche Regierungschefs Europas dazu aufgerufen, ihre Verantwortung f\u00fcr die jetzige Situation anzuerkennen, und eine neue Politik in die Wege zu leiten, die im Gegensatz zu der steht, die Griechenland bisher aufgezwungen wurde. Eine andere Politik f\u00fcr Griechenland, die sich unbedingt auf drei Hauptachsen st\u00fctzen muss:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Erleichterung der \u00f6ffentlichen Schulden<\/li>\n<li>Eine rasche Stabilisierung mit anschlie\u00dfender Verbesserung der sozialen Situation<\/li>\n<li>Ein Wiederaufbau der Wirtschaft, mit einer gleich-zeitigen St\u00e4rkung des Staatsapparates<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong> Die Austerit\u00e4t f\u00fcgt der Wirtschaft erheblichen Schaden zu<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Nationalvorstand anschlie\u00dfend die wirtschaftliche und soziale Lage in Europa insgesamt analysiert hat, hat er sich mit einem k\u00fcrzlich verfassten OECD-Bericht besch\u00e4ftigt, der best\u00e4tigt, dass die Ungleichheiten sich in den vergangenen Jahrzehnten bedeutend vergr\u00f6\u00dfert haben. Die OECD streicht dabei hervor, dass diese sch\u00e4dliche Entwicklung auch auf wirtschaftlichem Gebiet kontraproduktiv ist. So hat die Vergr\u00f6\u00dferung der Ungleichheit, laut Sch\u00e4tzung der OECD dem Wachstum in Europa schon 5% in den vergangenen 20 Jahren gekostet.<\/p>\n<p>Ein Ph\u00e4nomen, das ebenfalls f\u00fcr Luxemburg gilt. So werden laut Statec, die Sparma\u00dfnahmen der Regierung, der sogenannte \u201eZukunftspak\u201c, einen Negativimpakt von 0,5% \u00fcber drei Jahre haben, das hei\u00dft 371 Millionen Euro weniger an BIP f\u00fcr Luxemburg. Diese Entwicklung wird sich auch im Staatshaushalt bemerkbar machen. Die Sparma\u00dfnahmen der Regierung werden so bis 2018 den Staat 94 Millionen Euro an Einnahmen kosten.<\/p>\n<p>Der Nationalvorstand hat ebenso die Hochrechnungen des Statec zur Kenntnis genommen, der eine Stagnation der Reall\u00f6hne f\u00fcr 2015 in Luxemburg vorsieht sowie ein R\u00fcckgang der Kaufkraft in H\u00f6he von 0,8%. Der OGBL hat es dabei nicht verpasst zu unterstreichen, dass diese Entwicklung total unannehmbar ist wenn man wei\u00df, dass gleichzeitig das Wachstum die 3%-Marke klar \u00fcbersteigen m\u00fcsste, ebenso \u00fcbrigens wie in den kommenden Jahren. Zahlen die das luxemburgische Patronat zurzeit in s\u00e4mtlichen Diskussionen herunterzuspielen versucht.<\/p>\n<p><strong> Drei Br\u00fcsseler Empfehlungen, ebenso unn\u00f6tig wie unangebracht<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDer Nationalvorstand hat sich ebenfalls mit den letzten Empfehlungen besch\u00e4ftigt, die die Europ\u00e4ische Kommission an Luxemburg gerichtet hat. Drei absolut unn\u00f6tige und unangebrachte Empfehlungen, die vor allem von einer Unkenntnis der luxemburgischen Realit\u00e4t zeugen.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission empfiehlt tats\u00e4chlich einmal mehr, das Rentensystem zu reformieren, obwohl dessen Ausf\u00fchrbarkeit bis mindestens 2054 in einer k\u00fcrzlich unter der Verantwortung von Ecofin ver\u00f6ffentlichten Studie best\u00e4tigt wurde. Br\u00fcssel fordert dar\u00fcber hinaus das Lohnbildungsverfahren in Luxemburg zu \u00fcberpr\u00fcfen, obwohl sowohl der Index als auch die Kollektivvertr\u00e4ge die beiden absoluten Garanten f\u00fcr den Erfolg des Luxemburger Modells sind. Schlie\u00dflich empfiehlt die Kommission die indirekte Steuerlast zu erh\u00f6hen, die sich jedoch sozial als ungerecht und wirtschaftlich als irrt\u00fcmlich erweist.<\/p>\n<p>Der Nationalvorstand hat es nicht verpasst hervor-zuheben, dass die Europ\u00e4ische Kommission im Gegenteil die wahren Probleme Luxemburgs \u00fcberhaupt nicht erw\u00e4hnt, wie zum Beispiel die Erweiterung der Ungerechtigkeiten, die Zunahme der Arbeitslosigkeit und das immer gr\u00f6\u00dfer werdende Armutsrisiko.<\/p>\n<p><strong> Reform der Pflegeversicherung: Das Ziel kann nur eine Verbesserung sein<\/strong><\/p>\n<p>Au\u00dfer dem Rentensystem greift die Kommission auch das System der Langzeitpflege an, das hei\u00dft das Modell der Pflegeversicherung. Ein Angriff, der auch schon im sogenannten \u201eZukunftspak\u201c der Regierung enthalten ist, der es vorhat 17 Millionen Euro im Jahr 2015, 22 Millionen Euro im Jahr 2016, 32 Millionen Euro im Jahr 2017 und 39 Millionen Euro im Jahr 2018 einzusparen.<\/p>\n<p>Ein Haushaltsrahmen, der f\u00fcr den OGBL unverst\u00e4ndlich bleibt, umso mehr die demografische Entwicklung zu einem kontinuierlichen \u00c4lterwerden der Bev\u00f6lkerung in den kommenden Jahren tendiert, eine Lohnaufwertung f\u00fcr die ArbeitnehmerInnen dieses Sektors vor der T\u00fcr steht, und sich die Regierung Ende November dazu verpflichtet hat, diese Aufwertung zu respektieren und schlie\u00dflich, dass die Leistungserbringer in der Pflege heute schon mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert sind nachdem die ersten Sparma\u00dfnahmen schon umgesetzt wurden (unabh\u00e4ngig von der Situation bei H\u00ebllef Doheem, die zweifelsohne auf ein Missmanagement zur\u00fcckzuf\u00fchren ist).<\/p>\n<p>Da die Diskussionen \u00fcber die Reform der Pflegeversicherung demn\u00e4chst beginnen werden, wollte der OGBL-Nationalvorstand erneut bekr\u00e4ftigen, dass das Ziel nur eine Verbesserung des aktuellen Modells sein kann. Der OGBL wird eine Verschlechterung der Dienstleistungen oder eine In-Frage-Stellung der anstehenden Lohnaufwertung f\u00fcr die ArbeitnehmerInnen dieses Sektors in jedem Fall als Provokation betrachten. Jedoch wird der OGBL nichts gegen eine Erh\u00f6hung der \u00f6ffentlichen Finanzierung haben, ebensowenig wie gegen eine Erh\u00f6hung der Beitr\u00e4ge oder eine Beteiligung der Arbeitgeber, wenn dies sich als notwendig erweist.<\/p>\n<p><strong> Steuerreform: Es darf keine Tabus geben<\/strong><\/p>\n<p>Im Hinblick auf die gro\u00dfe, von der Regierung angek\u00fcndigte Steuerreform, weist der OGBL-Nationalvorstand darauf hin, dass die Haushalte zurzeit eine \u00fcberproportionale Last im Vergleich zu den Unternehmen tragen. Eine Ungerechtigkeit, die es im Rahmen der kommenden Verhandlungen zu verbessern gilt. Es gibt hierzu wahrlich gen\u00fcgend Spielraum.<\/p>\n<p>Der OGBL-Nationalvorstand hat ebenfalls klar zu verstehen gegeben, dass wenn die Regierung unbedingt darauf besteht, dass diese Reform haushaltsneutral ist, ihre umverteilende Dimension verst\u00e4rkt werden muss. Die Besteuerung des Kapitals, der hohen L\u00f6hne, der gro\u00dfen Verm\u00f6gen, wenn nicht sogar Grund- und Geb\u00e4udesteuer (auf dem 2. Wohn- oder Immobilienbesitz) k\u00f6nnen und d\u00fcrfen einfach im Rahmen dieser Diskussion keine Tabus sein.<\/p>\n<p><strong>Familienleistungen: Der periodische Anpassungsmechanismus des Betrags wird ins Gesetzesprojekt eingegliedert<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDer Nationalvorstand ist schlie\u00dflich auf das Reformprojekt der Familienleistungen, das k\u00fcrzlich von der Regierung angenommen wurde, zur\u00fcckgekommen. Dessen periodischer Anpassungsmechanismus an die Entwicklung des mittleren Lohnes ist allerdings abwesend, ganz im Gegensatz zu dem, was im Rahmen des Abkommens vom 28. November 2014 zwischen der Regierung und den national repr\u00e4sentativen Gewerkschaften fest-gehalten wurde. Der Nationalvorstand hat die Aussagen der Familienministerin zur Kenntnis genommen, die sich in einem Treffen mit dem OGBL dazu verpflichtet hat, diesen Mechanismus in das betreffende Projekt einzuf\u00fcgen, noch bevor dieses zur Abstimmung gelangt.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":4187,"template":"","categorie_communiques":[41],"syndicat":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\r\n<title>Im Sozialbereich wird nicht gespart - OGBL<\/title>\r\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\r\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/on-ne-fait-pas-deconomie-sur-le-social\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\r\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\r\n<meta property=\"og:title\" content=\"[:fr]On ne fait pas d\u2019\u00e9conomie sur le social[:de]Im Sozialbereich wird nicht gespart[:] - OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der OGBL-Nationalvorstand war am Dienstag, dem 7. 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