{"id":1843,"date":"2015-03-11T10:52:56","date_gmt":"2015-03-11T09:52:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ogbl.lu\/communiques\/salaire-minimum-remuneration-et-travail-de-qualite"},"modified":"2023-05-23T19:44:12","modified_gmt":"2023-05-23T17:44:12","slug":"salaire-minimum-remuneration-et-travail-de-qualite","status":"publish","type":"communiques","link":"https:\/\/www.ogbl.lu\/de\/communique\/salaire-minimum-remuneration-et-travail-de-qualite\/","title":{"rendered":"Mindestlohn, Lohn und Gute Arbeit"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_16814\" aria-describedby=\"caption-attachment-16814\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-16814  \" alt=\"Andr\u00e9 Roeltgen, Pr\u00e9sident de l\u2018OGBL\" src=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/wp-content\/uploads\/communiques\/Andre_Roeltgen_2014.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16814\" class=\"wp-caption-text\">Andr\u00e9 Roeltgen, Pr\u00e4sident des OGBL<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Im September 2014 startete eine Journalistin von RTL Radio L\u00ebtzebuerg einen interessanten Selbstversuch. Sie \u201elebte\u201c einen Monat lang mit dem gesetzlichen Mindestlohn. Die tagt\u00e4gliche Schilderung ihrer pers\u00f6nlichen Erfahrung untermauerte das, was in einer weniger spektakul\u00e4ren Art und Weise die offiziellen Statistiken belegen: wer in Luxemburg vom Mindestlohn leben muss, bewegt sich sehr nahe an der offiziellen Armutsgrenze. Der gesetzliche Mindestlohn liegt in Luxemburg nur 8% \u00fcber diesem Grenzwert, in Belgien sind es 41% und in Frankreich 50%.<\/p>\n<p>Und auch ein weiterer Vergleich ist nicht weniger alarmierend. Luxemburg ist mit 10,1% europ\u00e4ischer Spitzenreiter bei den sogenannten \u201eworking poor\u201c, d.h. bei den Arbeitnehmern, die dem Armutsrisiko ausgesetzt sind. Ebenfalls beim Verh\u00e4ltnis Mindestlohn\/Durchschnittslohn f\u00e4llt in Luxemburg der Mindestlohn im Vergleich mit unseren Nachbarl\u00e4ndern stark ab.<\/p>\n<p>Der OGBL fordert, dass der gesetzliche Mindestlohn erh\u00f6ht wird. Das Gegenargument ist bekannt: in absoluten Zahlen ausgedr\u00fcckt ist der gesetzliche Mindestlohn Luxemburgs mit 1.922,96 \u20ac der h\u00f6chste in Europa. Ist demnach die Forderung des OGBL unrealistisch und wirklichkeitsfremd? W\u00fcrde die Erh\u00f6hung des Mindestlohns der wirtschaftlichen Situation Luxemburgs Schaden zuf\u00fcgen? Die Antwort auf diese Fragen kann mit Nein beantwortet werden. Die betrieblichen Lohnkosten in betroffenen Wirtschaftsbereichen, wie beispielsweise im Handel, liegen in Luxemburg unter denen Deutschlands, Frankreichs und Belgien. Dar\u00fcber hinaus darf man die positiven Auswirkungen auf die wirtschaftliche Binnennachfrage nicht au\u00dferacht lassen. Und ein Plus an sozialer Gerechtigkeit und an sozialer Koh\u00e4sion w\u00fcrde Luxemburg zurzeit sehr gut tun!<\/p>\n<p>Die luxemburgische Regierung ist im Begriff einen folgenschweren Fehler zu machen. In ihrem Gesetzesvorhaben \u00fcber die berufliche Ausbildung hat sie einen Artikel eingeschmuggelt, der eine inakzeptable Manipulation beim gesetzlichen Mindestlohn vorsieht. Die derzeitige Gesetzeslage sieht vor, dass die Inhaber eines Berufsbef\u00e4higungszeugnisses (CCP-Certificat de Capacit\u00e9 Professionnelle) nach zwei Jahren Berufsaus\u00fcbung in den Genuss des qualifizierten Mindestlohns kommen m\u00fcssen. In Zukunft soll dies erst nach sieben Jahren der Fall sein. Neben der ungerechtfertigten Abwertung dieser beruflichen Qualifikation k\u00e4me dies f\u00fcr die betroffenen Jugendlichen einer Lohnk\u00fcrzung von sage und schreibe 23.000 \u20ac insgesamt bzw. von 4.615 \u20ac pro Jahr gleich. Der OGBL verlangt die ersatzlose Streichung dieses Artikels! Qualifizierte Arbeit muss bezahlt werden. Die Regierungsabsicht steht im Widerspruch sowohl zur notwendigen allgemeinen Aufwertung des gesetzlichen Mindestlohns als auch zur Bek\u00e4mpfung der prek\u00e4ren Arbeit bei Jugendlichen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Situation Luxemburgs ist insgesamt positiv und in vielen Betrieben und Betriebsbereichen sind Verteilungsspielr\u00e4ume f\u00fcr positive Lohnabschl\u00fcsse vorhanden. Im Rahmen seiner kontinuierlichen Tarifpolitik wird der OGBL ebenfalls auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Betriebswelt dr\u00e4ngen. In den kommenden Monaten wird dabei der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Verbesserung der Arbeitszeitbedingungen ein besonderer Stellenwert zukommen.<br \/>\nIn den Diskussionen mit der Unternehmerseite und der Regierung wird der OGBL eine negative Flexibilisierung der Arbeitszeiten, d.h. eine gegen die Arbeitszeitinteressen des Salariats strikt ablehnen. Die Harmonisierung von Arbeit und privater Lebensgestaltung begrenzt sich n\u00e4mlich keinesfalls auf die Reform des Elternurlaubs, sondern erfordert neue Arbeitszeitrechte und verbesserte Arbeitszeitschutzbestimmungen f\u00fcr Mann und Frau im Allgemeinen. Gute Arbeit ist das Gebot der Stunde. Dabei ist es w\u00fcnschenswert solche Rahmenbedingungen zu diskutieren, die in erster Linie die Bedeutung des luxemburgischen Kollektivvertragswesens untermauern und dessen priorit\u00e4re Hebelwirkung f\u00f6rdern, um die betriebs- und bereichsspezifischen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten der Arbeitsbedingungen im Interesse aller auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p><strong>Andr\u00e9 Roeltgen, Pr\u00e4sident des OGBL<\/strong><\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":4225,"template":"","categorie_communiques":[41],"syndicat":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\r\n<title>Mindestlohn, Lohn und Gute Arbeit - OGBL<\/title>\r\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\r\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.ogbl.lu\/communique\/salaire-minimum-remuneration-et-travail-de-qualite\/\" \/>\r\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\r\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\r\n<meta property=\"og:title\" content=\"[:fr]Salaire minimum, r\u00e9mun\u00e9ration et travail de qualit\u00e9[:de]Mindestlohn, Lohn und Gute Arbeit[:] - OGBL\" \/>\r\n<meta property=\"og:description\" content=\"Im September 2014 startete eine Journalistin von RTL Radio L\u00ebtzebuerg einen interessanten Selbstversuch. 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