12 Juli 2021

Subunternehmen: UPS entzieht sich seiner Verantwortung!

Subunternehmen: UPS entzieht sich seiner Verantwortung!

UPS Delivery Truck with Logo

Plateau Luxembourg sàrl ist ein Subunternehmen, das in einigen Regionen Luxemburgs Lieferungen für UPS durchführt. Zum 31. August 2021 hat UPS den Vertrag gekündigt und somit fällt der einzige Kunde des Subunternehmens weg. Das Unternehmen muss deshalb schließen. Die letzten bis dahin von Plateau erledigten Fahrten werden ab 1. September 2021 von anderen Subunternehmen übernommen.

Der OGBL und der Betriebsrat von Plateau haben daher mit der Geschäftsleitung einen Sozialplan ausgehandelt und am 25. Juni 2021 unterschrieben. Hierin wurde u.a. festgehalten, dass die Auszahlung aller Gehälter, Überstunden, Sonntagszulagen, ungenutzter Urlaubstage, usw. prioritär bleibt bis zur Schließung des Unternehmens. Außerdem verpflichtet sich die Geschäftsführung, Kontakt aufzunehmen mit anderen Unternehmen, um den Fahrern, die nicht von den neuen Subunternehmern eingestellt werden, neue Arbeitsplätze zu vermitteln. Über die Umsetzung dieser Vereinbarung werden OGBL und Betriebsrat sorgfältig wachen.

Der Sozialplan wurde ausgehandelt, um einen Bankrott zu verhindern, bei dem die Arbeitnehmer weitaus mehr von dem zu verlieren hätten, als ihnen noch zusteht. Dennoch ist die Möglichkeit eines frühzeitigen Bankrotts noch nicht auszuschließen.

Bis zum 1. Juli 2021 hatte Plateau 87 Arbeitnehmer. Eines der neuen Subunternehmen, V&D Translux hat etwa 50 davon mittlerweile bei sich eingestellt. Das andere, FB Logistics Lux sàrl hat 4 Arbeitnehmer von Plateau bei sich eingestellt. Etwa 33 Arbeitnehmer — darunter 22 Fahrer — droht derzeit immer noch die Arbeitslosigkeit!

UPS selbst beschäftigt in Luxemburg keinen einzigen Fahrer. Obwohl im ganzen Land die braunen Lieferwagen zu sehen sind, zählt UPS offiziell weniger als 10 Beschäftigte. Europaweit ist es gängige Praxis des Unternehmens, Subunternehmen zu bevorzugen anstatt Fahrer und Logistikpersonal selbst einzustellen, um sich seiner Verantwortung nicht stellen zu müssen.

So konnte sich UPS erfolgreich der Verhandlung des Sozialplans mit dem OGBL und dem Betriebsrat entziehen, die mit Massenentlassungen einhergeht. Außerdem wurde sich dabei der Arbeitnehmer entledigt, die krankgeschrieben oder im Elternurlaub waren!

Das OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL und der Präsident des Plateau-Betriebsrats haben sich letzte Woche mit dem luxemburgischen UPS-Vertreter getroffen, um die Situation zu besprechen und dabei gefordert, dass UPS sich seiner Verantwortung stellen muss. UPS wies dabei jede Verantwortung von sich!

Der OGBL fordert von UPS eine Garantie zur Zahlung aller ausstehenden Gehalts- und Prämienansprüche an die Beschäftigten und Ex-Beschäftigten Plateaus im Falle einer Zahlungsunfähigkeit durch Plateau. Die Arbeitnehmer dürfen nicht die Opfer der UPS-Politik werden!

Es ist nicht das erste Mal, dass die Beschäftigten im Transport darunter leiden müssen, dass Unternehmen Subunternehmen vorziehen, anstatt selbst Leute einzustellen – und es wird auch nicht das letzte Mal sein.

Daher fordert das OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL die Regierung auf, endlich zu handeln und Outsourcing strenger zu regeln und Unternehmen wie UPS endlich zur Verantwortung zu ziehen!

Das OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL fordert daher die Regierung auf, endlich zu handeln und die Vergabe von Unteraufträgen strenger zu regulieren und Unternehmen wie UPS endlich zur Verantwortung zu ziehen! Bei der Aushandlung von Sozialplänen für Subunternehmer müssen auch die auftraggebenden Unternehmen zur Teilnahme gezwungen werden!

Mitgeteilt vom OGBL-Syndikat Straßentransport/ACAL
am 12. Juli 2021

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