15 Mai 2019

Sozialwahlen 2019: Der OGBL behält trotz allem die Mehrheit im Sektor!

Jene die, seit über 50 Jahren darauf hoffen, dass der OGBL in der Stahlindustrie den Anschluss verliert, laufen einmal mehr Gefahr enttäuscht zu werden. Wir werden das Offensichtliche nicht leugnen: wir haben zwei Standorte verloren (Differdingen und die Verwaltung), wir behalten die Mehrheit bei den drei anderen Standorten (Dommeldingen, Belval und insbesondere Rodingen).

Was die Zahl der Mandate betrifft, so erhält der OGBL 15 Mandate und die andere Gewerkschaft ebenfalls 15. Da der OGBL aber insgesamt mehr Stimmen auf den fünf Standorten bekommen hat, behält er jedoch die Mehrheit gemäß der Gesetzgebung zu Personaldelegationen und Kollektivverträgen. Auch in der Arbeitnehmerkammer konnte der OGBL seine Mehrheit verteidigen (3 von 5 Sitzen).

Es gibt mehrere Ursachen für den Verlust der Mandate: Der Sektor Stahlindustrie im Allgemeinen und ArcelorMittal im Besonderen durchlaufen seit zehn Jahren eine unruhige Periode. Diese ganzen Turbulenzen, die die verschiedenen Standorte aufrütteln, sowie der systematische Verlust von Arbeitsplätzen treffen die Mehrheitsgewerkschaft mehr, denn sie muss Verantwortung übernehmen, im Gegenteil zur Minderheitsgewerkschaft, die sich in ihrer billigen demagogischen Rolle gefällt.

Dazu kommt seit einigen Jahren die Einstellung der Direktion, die dem OGBL immer mehr Hindernisse in den Weg legt, um ihn zu schwächen. Die andere Gewerkschaft erwies sich in diesem Zusammenhang als nützlicher Alliierter des Managements, das ihr im Gegenzug einige Vorteile gewährte. Die Tatsache, dass auf einigen Standorten die Direktion ihre Leute mobilisierte (Direktor inbegriffen), um an den Wahlen teilzunehmen, ist auch nicht ohne Auswirkung auf das Gesamtergebnis der Wahlen geblieben. Jedenfalls stärkt uns diese Haltung in unserer Position, und wird uns anspornen, alles zu unternehmen, um eine qualitativ hochwertige Gewerkschaftsarbeit zu Gunsten der Arbeitnehmer unserer Stahlindustrie zu leisten.

Wir haben auch einige Fehler begangen, die wir in Zukunft in Betracht ziehen werden: Wir haben uns nicht genügend mit er Belegschaft ausgetauscht. Zu sehr von einer hohen Anzahl von Sitzungen in Beschlag genommen (Kollektivvertrag, Tripartite, paritätische Kommission, DMI, DMU u.s.w.…) haben wir den Aspekt Kommunikation vernachlässigt.

In Zukunft müssen wir unseren Betriebssektionen eine neue Dynamik verleihen, mehr Informationsflugblätter verteilen, unsere Präsenz vor Ort verstärken, um sicherzustellen, dass unsere Botschaften auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen.
Schließlich war unser größter Fehler, dass wir nicht schneller auf das totale Versagen, auf die völlige Handlungsunfähigkeit und die unsägliche Doppelzüngigkeit des Delegationspräsidenten reagiert haben, was uns im Endeffekt die Mehrheit bei der Verwaltung gekostet hat.

Dennoch wird der OGBL, genauso wie in der Vergangenheit, zusammen mit all seinen Militanten weiterhin für das Überleben der luxemburgischen Stahlindustrie, für qualitativ hochwertige Arbeitsplätze und für das Wohlergehen der Beschäftigten kämpfen.

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