2 August 2015

„Das Wort ,gemeinsam‘ ist ein wichtiger Bestandteil in diesem Kampf“

5 Fragen an Luc Kalmes, den neuen Vizepräsidenten der OGBL-Jugend

luc_kalmesAktuell: Luc Kalmes, Du bist Vizepräsident des neuen Jugendkomitees. Was hat Dich dazu bewegt Dich in der OGBL-Jugend zu engagieren?

Luc Kalmes: Ich arbeite als Anästhesiepfleger im Ettelbrücker Krankenhaus. Dort hatten 2013 Sozialwahlen stattgefunden, wo ich in die Personaldelegation gewählt wurde. Sechs Monate nach diesen Wahlen hat es sich ergeben, dass ich Mitglied in der Jugendgewerkschaft wurde. Die Arbeit der Gewerkschaftsjugend ist ein wichtiger Bestandteil innerhalb des gesamten gewerkschaftspolitischen Spektrums. Die Jugendarbeitslosigkeit, die Ausbildungsbedingungen und die Arbeitsbedingungen haben mich dazu bewegt, mich zu engagieren. Ich bin der Meinung, dass sich in diesen Bereichen noch viel ändern muss.

Aktuell: Warum sollen junge Menschen dem OGBL beitreten?

LK: Um gemeinsam mit uns für angemessene Arbeits- und Lohnbedingungen zu kämpfen. Das Wort ‚gemeinsam‘ ist ein wichtiger Bestandteil in diesem Kampf. Allein, als Individualist, werden wir nichts erreichen.

Aktuell: Welche Themen liegen Dir besonders am Herzen?

LK: Ich kenne keinen Bereich, kein Thema, bei dem man seine gewerkschaftlichen Ideen bzw. Visionen nicht miteinbringen kann. Momentan bin ich jedoch sehr gespannt, wie die neue Steuerreform aussehen wird. Dies glaube ich wird der Hauptpfeiler der Regierungsarbeit sein. Natürlich liegt mir auch die Gesundheits-politik besonders am Herzen, da ich ja in diesem Bereich arbeite. Die teilweise unsolidarische Entwicklung in verschiedenen Ländern innerhalb Europas macht mir jedoch die größten Sorgen.

Aktuell: Wo siehst Du diese Werte besonders gefährdet?

LK: Vor allem im Bereich der Wirtschafts- und der Immigrationspolitik. Einzelne Länder haben sich aufgrund ihres ökonomischen Gewichts und ihrer Verhandlungsmacht, die von ordoliberalen Vorstellungen geprägt waren, gegen Widerstände durchgesetzt, um die Krisenländer zu entscheidenden Reformen zu zwingen. Sie haben sich ihrer gesamteuropäischen Verantwortung nicht gestellt, was zu einer einseitigen Austeritätspolitik geführt hat. Die europäischen Werte sind jedoch momentan im Kontext der aktuellen Flüchtlingspolitik am meisten gefährdet. Stacheldraht an den Grenzen, brennende Asylheime und rechtsradikale Parolen sind Werte die nichts in der europäischen Union zu suchen haben.

Aktuell: Wie kann dem entgegengehalten werden? Und welche Rolle spielt hier die Gewerkschaft?

LK: Die Aufgabe der Gewerkschaft liegt darin, eine richtige Analyse der Situation zu machen und dann dementsprechend Druck auf die Regierungen auszuüben. Das Aufblühen solcher Bewegungen ist immer ein Ausdruck von politischen Fehlentwicklungen innerhalb Europas. Ich rede von Austeritätspolitik, Sozialdumping und der hohen Arbeitslosigkeit. Ein sehr wichtiger Punkt ist auch die Aufklärung der Jugend durch das Weitergeben der Geschichte von Generation zu Generation.

Wer gerne an einem Treffen der OGBL-Jugend teilnehmen möchte, kann sich unter jeunes@ogbl.lu melden, uns telefonisch unter 54 05 45 404 erreichen oder unsere Facebookseite besuchen https://www.facebook.com/OGBLJeunes

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