„Chèque-Service Accueil“

In unserer Aktuell-Ausgabe der Monate Juli-August 2016 hatten wir einen Artikel veröffentlicht über die Reform der Familienleistungen, einschließlich der neuen Bestimmungen bezüglich des „Chèque-Service Accueil“ (CSA).

Definition
Beim CSA handelt es sich um eine staatliche und kommunale Beihilfe, damit die Familien bestmöglich ihr Familien- und ihr Berufsleben miteinander vereinbaren können. Diese Beihilfe in Form von Geld ist für alle Kinder zwischen 0 und 12 Jahren, die in Luxemburg wohnhaft sind sowie für die Kinder der Grenzgänger, die die Grundschule noch nicht verlassen haben. Sie besteht darin, den Eltern ermäßigte Tarife für Erziehungs- und Empfangsmaßnahmen zu gewähren.
Die Höhe des Beitrags des Staates (Höhe des CSA) sowie die Höhe des Beitrags der Eltern wird von Fall zu Fall berechnet, und zwar je nach Einkommenssituation, je nach Zahl der Kinder und je nach Zahl der Stunden, während denen das Kind von einem Erziehungs- und Empfangsdienstleister (SEA) betreut wird. Die CSA-Beihilfe wird direkt an den betroffenen Dienstleister ausbezahlt.
Der Mitgliedsvertrag ist für ein Jahr gültig und ist erneuerbar solange die Gewährungsbedingungen erfüllt sind.

Die administrativen Schritte
Die in Luxemburg wohnenden Personen stellen ihren Antrag bei der Gemeinde, in der sie wohnen. Die Grenzgänger hingegen stellen ihren Antrag bei der „Zukunftskeess – Caisse pour l’avenir des enfants (CAE)“.
Die Neuheit des Gesetzes ist, dass diese Dienstleistung seit dem 5. September 2016 auch für die Kinder der Grenzgänger gewährleistet ist.
Erlauben Sie uns demnach die Schritte, die unsere Kollegen Grenzgänger unternehmen müssen, um ordnungsgemäß von den Dienstleistungen profitieren zu können, etwas mehr im Detail zu erklären.
Die Grenzgänger, die vom CSA für ihr(e) Kind(er) profitieren möchten, müssen sich bei einem SEA einschreiben, entweder in einer Kinderkrippe für noch nicht eingeschulte Kinder, in einer Tagesstätte für eingeschulte Kinder oder einer Maison Relais, ebenfalls für eingeschulte Kinder. Sie müssen sich dazu an einen Schalter der CAE begeben. Die Anmeldung kann über das ganze Jahr erfolgen und ist kostenlos.
Vorsicht, die SEAs mit Sitz in Luxemburg oder außerhalb seiner Grenzen müssen folgende vom CSA gestellten Voraussetzungen erfüllen:
–    Sie müssen eine Genehmigung haben, beruhend auf Eignungskriterien, sowohl was die Qualifizierung des Personals als auch was die Infrastrukturen betrifft, entsprechend „dem abgeänderten Gesetz vom 8. September 1998, das die Beziehungen zwischen dem Staat und den Einrichtungen regelt, die im sozialen, familiären oder therapeu-tischen Bereich tätig sind“. Ebenso müssen sie dem „Großherzoglichen Reglement vom 14. November 2013 gerecht werden, das über die Genehmigung befindet, die den Anbietern von Erziehungs- und Empfangsdienstleistungen für Kinder gegeben werden muss.“ Dazu müssen sie die im Großherzoglichen Reglement vom 27. Juni 2016 definierten Bedingungen des abgeänderten Gesetzes vom 4. Juli 2008 bezüglich der Jugend erfüllen.
–    Sie müssen über ein pädagogisches Projekt verfügen, das die Aufgabe einer öffentlichen Dienstleistung definiert, und das zum Ziel hat, den sozialen Zusammenhalt der lokalen luxemburgischen Gemeinschaft zu stärken und die Einschulung der Kinder in die luxemburgische Grundschule vorzubereiten.

Bedingungen für die Gewährung
Der nicht in Luxemburg wohnende Arbeitnehmer, der den CSA für sein Kind beantragen will und Empfänger der Familienleistungen in Luxemburg ist, muss bei der
Sozialversicherung (Centre Commun de la Sécurité Sociale) gemeldet sein.
Für die Anmeldung muss man sich folgende Unterlagen besorgen:
•    Die Matrikelnummer des Kindes
•    Belege zum aktuellen Einkommen des Haushalts
•    Auf jeden Fall: die Einkommensbescheinigung, ausgestellt von der Steuerverwaltung in Luxemburg.
•    Ihren Arbeitsvertrag
•    Eine kürzlich ausgestellte Bescheinigung der Zusammensetzung ihres Haushaltes (höchstens 3 Monate), die sämtliche Personen aufzählt, die bei Ihnen wohnen, ausgestellt und ordnungsgemäß bescheinigt von Ihrer Gemeinde. (Achtung: die Gemeinde muss die Richtigkeit der Erklärung bestätigen, nicht nur die Unterschrift beglaubigen)
•    Im Falle eines Ehepaares oder einer eingetragenen Partnerschaft: Steuerbescheinigung (ausgestellt von der luxemburgischen Steuerverwaltung, wenn Sie Ihre Steuererklärung in Luxemburg gemacht haben oder Ihres Wohnlandes, wenn Sie dort Ihre Steuererklärung gemacht haben), die vor so kurzer Zeit wie möglich für den Haushalt ausgestellt wurde, in dem das Kind lebt. Die Gehälter beider Personen werden in Betracht gezogen.
•    Wenn der Haushalt keine Einkommensteuern zahlt: das steuerpflichtige Einkommen von den drei letzten Lohnabrechnungen mit der Bescheinigung, dass die Eltern von Steuerzahlung befreit sind.
•    Im Falle eines Paares, das weder verheiratet ist noch in eingetragener Partnerschaft lebt: Steuerbescheinigung der Person, die Recht auf die luxemburgischen Familienleistungen hat, oder gegebenenfalls die drei letzten Lohnabrechnungen die bestätigen, dass die Person von Steuerzahlung befreit ist.
•    Im Falle eines getrennten Paares: die Lohnabrechnungen der Person, die Recht auf die luxemburgischen Familienleistungen hat sowie eine Bescheinigung des Rechtsberaters der Eltern, die belegt, dass der Scheidungsprozess eingeleitet ist.
•    Wenn die Eltern ihre Einkommen nicht mitteilen wollen, dann werden die Beihilfen angewandt, die in der untersten Kategorie der Tabelle, genannt „ohne Einkommensangaben“, angewandt werden.

Betreffend die Details der finanziellen Beteiligung der Eltern beziehungsweise die Tarifierung bezüglich der Erziehungs- und Empfangsdiensleistungen oder bezüglich der Tageseltern oder anderer Informationen, so können Sie folgende offizielle Webseite abfragen: https://www.accueilenfant.lu/

Quelle: Offizielle Webseite der „Zukunftskeess – Caisse pour l’avenir des enfants“ (http://www.cae.public.lu/fr.html) und des „Chèque-Service accueil“ (https://www.accueilenfant.lu/).

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