20 November 2020

Der TICE muss seiner Aufgabe im öffentlichen Transport auch in Krisenzeiten gerecht werden

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Der Beschluss des Unterrichtsministeriums aufgrund der Hygiene-Maβnahmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie den Schülertransport um 37 Busfahrten zu erweitern, führt beim TICE zu Einschränkungen bei den Linienfahrten. Auf 5 Buslinien wird zeitweise der Viertelstundentakt aufgegeben und auf den Halbstundentakt zurück gefahren, um Fahrer für Schülerfahrten freizustellen. Das Sicherheitsrisiko, bedingt durch die Corona-Epidemie, wird also nur von einer Kategorie des öffentlichen Transportes auf eine andere verlagert.

Für unsere Personalvertreter und Gewerkschafter kommt dies nicht Überraschend. Seit Jahren beklagt das Syndikat Öffentliche Dienste des OGBL/Landesverband, dass der TICE mit einem viel zu knappen Fahrereffektiv funktioniert. Der Fahrbetrieb ist immer angewiesen auf ganze Schichten, die mittels Überstunden und Rückrufe aus den Ruhetagen geleistet werden. Probleme und Einschränkungen bei der Urlaubsvergabe sind beim TICE an der Tagesordnung und zu einer „never ending Story“ geworden. Auch gesetzlicher Urlaub und Überstunden, die auf dem “Compte épargne-temps“ landen, verdecken nur den bestehenden Mangel und müssen irgendwann vergeben werden.

Es fehlt ganz einfach an Fahrer und auch an Material, d.h. an Bussen. Was in sogenannten normalen Zeiten schon nicht mehr normal funktioniert, ist in Krisenzeiten dann schon gar nicht mehr zu bewältigen und führt zu Ausfällen.

Dabei sollte doch gerade der öffentliche Dienst im Personentransport über genügend Mittel und Kapazitäten verfügen um seinem gesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden.

Leider ist das derzeit nicht der Fall und dies geht sowohl auf Kosten des Dienstleistungsangebot aufgrund verminderter Fahrten als auch auf Kosten der Sicherheit von Fahrern und Benutzern (mangelnde Distanzierung und erhöhte Infektionsgefahren).

  • Jahrelang wurde an den falschen Stellen gespart, nämlich beim Personaleffektiv und den Bussen. Heute, in Zeiten der Not fehlen darum die benötigten Kapazitäten und Reserven.
  • Es müssen Lehren daraus gezogen werden und es muss umgehend mit der Personalvertretung über kurzfristige Einstellungen verhandelt werden.
  • Aufgrund der derzeitigen extremen Belastung der Fahrer droht auch nach der Corona-Krise ein weiterer Engpass aufgrund wachsender Ausfälle, Urlaubsansprüche und sinkender Überstundenbereitschaft. Auch dies muss berücksichtigt und durch Verhandlungen über eine strukturelle Verstärkung des Personalbestands begegnet werden.

 

Mitgeteilt vom Syndikat Öffentliche Dienste OGBL/Landesverband
am 20. November 2020

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